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USA verschieben Teil neuer Strafzölle auf chinesische Importe auf Mitte Dezember

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Hafen von Long Beach Bild: AFP

Die USA verschieben einen Teil der geplanten neuen Strafzölle auf chinesische Importe auf Mitte Dezember. Nicht betroffen sind demnach vorerst Elektronikartikel wie Smartphones und Laptops.

Vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für den US-Einzelhandel und die internationalen Finanzmärkte: Die USA verschieben einen Teil der geplanten neuen Strafzölle auf chinesische Importe auf Mitte Dezember. Wie das Büro des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer am Dienstag mitteilte, sind Elektronikprodukte wie Handys, Laptops und Spielekonsolen bis zum 15. Dezember von der Strafabgabe in Höhe von zehn Prozent ausgenommen, die für Anfang September geplant ist. Die Börsenkurse erholten sich umgehend nach der Ankündigung aus Washington.

"Wir machen das für Weihnachten", sagte US-Präsident Donald Trump vor Journalisten in New Jersey. Die Strafzölle sollten für Verbraucher in den USA keine negativen Folgen während der Weihnachtseinkäufe haben.

Der Erklärung des US-Handelsbeauftragten zufolge sollen auch einige Schuhe und Kleidungsartikel vorerst ausgespart werden. Nach Angaben aus Washington und Peking führten Vertreter beider Seiten am Dienstag Telefongespräche, um den Handelskonflikt zu befrieden. Peking habe dabei "entschiedenen Protest" gegen die Pläne Washingtons eingelegt, ab September neue Strafzölle zu erheben. Die Unterhaltung sei "sehr produktiv" gewesen, sagte Trump.

Beide Länder stecken seit über einem Jahr in einem erbitterten Handelsstreit fest und überzogen sich seitdem gegenseitig mit Strafzöllen auf Waren im dreistelligen Milliardenwert. Eigentlich sollten ab September neue Abgaben auf chinesische Importe im Umfang von 300 Milliarden Dollar hinzukommen.

Auf die Signale der Entspannung reagierten die Börsen umgehend positiv: An der New Yorker Wall Street legten der Dow Jones, der Nasdaq sowie der Index S&P 500 jeweils um 1,6 bis zwei Prozent zu. Auch die Ölpreise in London und New York zogen an.

US-Präsident Donald Trump warf China hingegen erneut vor, sich nicht an Zusagen während der Handelsverhandlungen zu halten. Die Volksrepublik habe "große" Einkäufe bei den US-Farmern zugesagt, twitterte er. Wie üblich sei das Land dem aber bislang nicht nachgekommen.

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