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Beschlagnahmter Wolkenkratzer bei Internet-Auktion in China versteigert

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Der Wolkenkratzer "Pangu Plaza" in Peking Bild: AFP

In China ist der berühmte Wolkenkratzer eines exilierten chinesischen Dissidenten bei einer Internet-Auktion versteigert worden. Den Zuschlag für das 40-stöckige Hochhaus in Peking erhielt ein Immobilienunternehmen für gut 660 Millionen Euro.

In China ist am Dienstag der berühmte Wolkenkratzer eines exilierten chinesischen Dissidenten bei einer Internet-Auktion versteigert worden. Den Zuschlag für das 40-stöckige Hochhaus in Peking erhielt das Immobilienunternehmen YuCheng Zhiye für 5,18 Milliarden Yuan (gut 660 Millionen Euro), wie die Auktionsplattform des Internetkonzerns Alibaba am Dienstag mitteilte. Der Wolkenkratzer "Pangu Plaza" stand 24 Stunden zum Verkauf. Mehr als 145.000 Internetnutzer verfolgten die Versteigerung, aber nur zwei Bieter nahmen daran teil.

Der aus insgesamt fünf Hochhäusern bestehende Gebäudekomplex war von der Justiz aus dem Besitz des chinesische Milliardärs Guo Wengui beschlagnahmt worden, der 2014 wegen Korruptionsvorwürfen in die USA geflohen war. Die Spitze des Hochhauses in der Nähe des Sportparks der Olympischen Spiele von 2008 ist wie der Kopf eines Drachen geformt. 2014 war "Pangu Plaza" im Kinofilm "Transformers: Ära des Untergangs" zu sehen.

Guo hatte das Baugrundstück im Zentrum Pekings 2002 gekauft, die Stadtverwaltung beschlagnahmte es jedoch später. Der Milliardär rächte sich, indem er den Behörden ein Sexvideo zuspielte, das den damaligen Vize-Bürgermeister von Peking zu Fall brachte. Der Politiker, der für die Bauarbeiten im Vorfeld der Olympischen Spiele zuständig war, wurde später wegen Korruption schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde aber nicht vollstreckt. Guo erhielt das Grundstück zurück und konnte das "Pangu Plaza"-Projekt schließlich umsetzen.

Guo, der heute in New York lebt, wirft der kommunistischen Regierung in Peking vor, Anti-Korruptions-Kampagnen auszunutzen, um politische Gegner zu Fall zu bringen. In einem Mitte Juli veröffentlichten Video im Online-Dienst Twitter erklärte der Geschäftsmann, der für die Auktion festgelegte Mindestpreis für sein Gebäude sei zu niedrig angesetzt worden.

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