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Steinmeier warnt vor Missbrauch von Religionen durch politische Akteure

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  • 20. August 2019, 15:29 Uhr
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urn:newsml:dpa.com:20090101:190820-90-012714 Bild: AFP

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor einem Missbrauch von Religionen durch politische Akteure gewarnt. Dies passiere heute an vielen Orten, sagte er bei der Eröffnung der Weltversammlung des Religionsnetzwerks Religions for Peace.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor einem Missbrauch von Religionen durch politische Akteure gewarnt. "Wir erleben bis heute an vielen Stellen der Welt, wie religiöse Gefühle und Überzeugungen und der menschliche Wunsch nach verlässlicher Orientierung in Gewalt gegen Andersgläubige oder sogenannte Ungläubige umschlagen können", sagte er am Dienstag laut Redetext bei der Eröffnung der zehnten Weltversammlung des Religionsnetzwerks Religions for Peace in Lindau am Bodensee.

Religions for Peace ist ein 1970 gegründetes Netzwerk führender Religionsvertreter, das sich für Frieden einsetzt und dabei eng mit internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und nationalen Regierungen zusammenarbeitet. Etwa alle fünf Jahre organisiert es eine Weltversammlung. Im bayerischen Lindau sind dazu bis Freitag etwa 900 Teilnehmer versammelt.

Auch die Spitzen der beiden christlichen Kirchen in Deutschland nahmen an der Eröffnung des Treffens teil. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, warnte dabei ebenfalls vor einer Instrumentalisierung von Religionen. "Wenn Religionen sich von den Kräften der Homogenisierung und Abgrenzung in den Dienst nehmen lassen, werden sie zu Staats- oder Kulturideologien - sie beschädigen sich damit selbst."

Der Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, nannte die Konferenz "ein Hoffnungszeichen in einer aufgewühlten Welt". Das Treffen solle "ein weltweites Zeichen setzen gegen alles Trennende, was zu Hass und Gewalt führt".

Steinmeier verwies bei seiner Warnung auf die Lage in Myanmar, Nigeria, Mali, Nahost, Indonesien und Pakistan. Zugleich rief er Religionsführer auf, sich der Arbeit für Frieden, sozialen Zusammenhalt und nachhaltige weltweite Entwicklung zu widmen. "Zu den tiefsten Versprechungen aller Religionen gehört der Frieden", sagte er. Daher sei diese Aufgabe für diese selbst und ihre Glaubwürdigkeit in den Augen der Menschen entscheidend.

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