Brennpunkte

Greenpeace-Aktivisten fordern bei Aktion in Polen Abkehr von Kohle-Energie

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Kohleterminal im Danziger Hafen Bild: AFP

Greenpeace-Aktivisten haben in Polen einen Frachter am Entladen von Kohle aus Mosambik gehindert und von der polnischen Regierung eine Umstellung auf erneuerbare Energien gefordert.

Greenpeace-Aktivisten haben in Polen einen Frachter am Entladen von Kohle aus Mosambik gehindert und von der polnischen Regierung eine Umstellung auf erneuerbare Energien gefordert. "Im Morgengrauen sind 29 Greenpeace-Aktivisten auf zwei Kräne am Kohleterminal des Danziger Hafens geklettert", sagte die polnische Greenpeace-Sprecherin Katarzyna Guzek am Mittwoch. Sie hätten an die Kräne Banner mit der Aufschrift "Polen ohne Kohle 2030" gehängt.

Die Polizei teilte mit, sie habe von der Greenpeace-Aktion gewusst und überwache die Situation gemeinsam mit Hafenbeamten.

"Zuerst haben wir das Andocken des Schiffes blockiert, jetzt verhindern wir, dass es die Ladung entladen kann", sagte Guzek. Die Aktivisten-Gruppe hatte bereits am Montag versucht, mit einem Greenpeace-Schiff den Kohleterminal zu blockieren. Die Umweltaktivisten hatten zuvor in großen weißen Buchstaben "Stoppt Kohle" auf den Rumpf des Frachters "Indian Goodwill" geschrieben.

Bewaffnete polnische Grenzschützer schleppten das Greenpeace-Schiff schließlich aus dem Hafen und nahmen den spanischen Kapitän und eine österreichische Aktivistin wegen Verletzung der Schiffahrtsregeln fest. Staatsanwälte teilten mit, sie würden am Mittwoch entscheiden, ob gegen die beiden Klage erhoben werde. Weitere 16 Besatzungsmitglieder wurden nach einer Identitätsprüfung wieder freigelassen. 

Greenpeace erklärte, dass die Aktion auf die Politik der polnischen Regierung aufmerksam machen sollte. Die Organisation fordere eine Umstellung des Landes auf erneuerbare Energien. Warschau bevorzuge die Verwendung von Kohle - einen "schmutzigen" Brennstoff, der wesentlich zur globalen Erwärmung beiträgt. "Polen muss bis 2030 auf die Kohleverbrennung verzichten", erklärte Pawel Szypulski, Chef von Greenpeace Polen.

Die nationalkonservative Regierung in Warschau plant nur eine schrittweise Reduzierung der Kohleabhängigkeit bei der Stromerzeugung von heute rund 80 Prozent auf 60 Prozent bis zum Jahr 2030. Polen und Ungarn haben einen EU-Vorschlag zum Erreichen von Treibhausgas-Neutralität bis 2050 abgelehnt und erklärt, dieses Ziel sei mit der Entwicklung ihrer Volkswirtschaften unvereinbar.

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