Türkei

Merkel telefoniert mit Erdogan zu Flüchtlingen und Syrien-Konflikt

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Merkel und Erdogan sprechen über Syrien und Flüchtlinge Bild: AFP

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan telefoniert. Wie das türkische Präsidialamt mitteilte, ging es bei dem Gespräch um die Lage in Syrien, Flüchtlinge und die bilateralen Beziehungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Mittwoch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über den Syrien-Konflikt und die Flüchtlingsfrage gesprochen. Wie das türkische Präsidialamt mitteilte, ging es bei dem Telefonat auch um die bilateralen Beziehungen sowie den Konflikt in Libyen. Erst am 20. August telefonierten Merkel und Erdogan miteinander, nachdem sie sich Ende Juni beim G20-Gipfel in Japan getroffen hatten.

Die deutsch-türkischen Beziehungen haben sich seit dem Tiefpunkt im Jahr 2017 verbessert, doch belasten weiter diverse Probleme das Verhältnis. Neben einer Reihe von Prozessen gegen deutsche Staatsbürger wegen "Terror"-Vorwürfen bereiten der Bundesregierung die anhaltend schlechte Menschenrechtslage in der Türkei Sorgen. Insbesondere die Verfolgung von regierungskritischen Journalisten und Politikern stößt in Berlin auf Kritik.

Beide Staaten haben aber ein Interesse daran, die Lage in der syrischen Rebellenbastion Idlib zu stabilisieren. Im Fall einer Großoffensive der syrischen Regierungstruppen fürchtet die Türkei eine neue Fluchtwelle. Erdogan warnte kürzlich, dass sein Land in diesem Fall gezwungen sein könnte, die Tore nach Europa zu öffnen. Auf den griechischen Ägäis-Inseln ist die Zahl der Flüchtlinge aus der Türkei ohnehin zuletzt stark gestiegen.

Merkel war zuletzt im Oktober 2018 auf Einladung von Erdogan mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Russlands Staatschef Wladimir Putin zu einem Vierer-Gipfel zu Idlib in Istanbul. Der türkische Vizeaußenminister Faruk Kaymakci sagte am Dienstag nach einem Besuch in Berlin, womöglich werde Merkel "in der nahen Zukunft" erneut in die Türkei kommen. Die Bundesregierung bestätigte dies nicht.

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