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Taiwan bricht diplomatische Beziehungen mit Inselstaat Salomonen ab

  • AFP
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  • 16. September 2019, 16:35 Uhr
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Taiwans Außenminister Joseph Wu Bild: AFP

Die Regierung in Taiwan hat ihre diplomatischen Beziehungen mit dem Pazifikstaat Salomonen abgebrochen, weil dieser sich zuvor diplomatisch zur Volksrepublik China bekannt hatte.

Die Regierung in Taiwan hat ihre diplomatischen Beziehungen mit dem Pazifikstaat Salomonen abgebrochen, weil dieser sich zuvor diplomatisch zur Volksrepublik China bekannt hatte. "Die Regierung erklärt hiermit die Beendigung der diplomatischen Beziehungen mit den Salomonen mit sofortiger Wirkung", sagte Außenminister Joseph Wu am Montag in Taipeh. Die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen mit China durch den Inselstaat nannte die taiwanische Regierung "extrem bedauerlich".

Taiwans Präsidentin Tsai Ing Wen sagte, sie bedauere und verurteile die Entscheidung der Salomonen. Außenminister Wu sagte weiter: "Die chinesische Regierung hat wieder einmal auf Dollar-Diplomatie und falsche Versprechungen großer Mengen an ausländischer Hilfen gesetzt, um eine kleine Anzahl von Politikern zu kaufen."

Der Regierungschef der Salomonen, Manasseh Sogavare, hatte in den vergangenen Monaten unter dem Druck von Parlamentskollegen gestanden, die wenig Nutzen darin sahen, Taipeh weiterhin anzuerkennen. Sogavare hatte mitgeteilt, China sei eher als Taiwan dazu bereit, dem verarmten Inselstaat, wo weniger als 50 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität haben, Mittel zur Verbesserung der Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. 

Die Zahl der Länder, mit denen Taiwan diplomatische Beziehungen pflegt, schrumpft damit auf 16. Zuletzt brachen Burkina Faso und die Dominikanische Republik 2018 ihre Beziehungen zu Taiwan ab und nahmen stattdessen Beziehungen zu China auf.

Taiwan sieht sich selbst als souveränen demokratischen Staat und spaltete sich 1949 nach der Machtübernahme durch die Kommunisten vom Festland ab. Die Regierung in Taipeh erklärte aber nie formell ihre Unabhängigkeit. Peking sieht Taiwan als abtrünnige Provinz, die eines Tages wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt. 

Seit die Unabhängigkeitsverfechterin Tsai Ing Wen 2016 Präsidentin von Taiwan wurde, haben sich die Spannungen zwischen Peking und Taipeh zusehends verschärft. Peking hat den wirtschaftlichen und militärischen Druck auf Taiwan erhöht und hält regelmäßig Militärmanöver nahe der Insel ab. 

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