Taiwan

Früherer Foxconn-Chef Gou schließt Präsidentschaftskandidatur nun doch aus

  • AFP
  • In POLITIK
  • 16. September 2019, 21:39 Uhr
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Früherer Foxconn-Chef Terry Gou Bild: AFP

Der frühere Chef des taiwanesischen Elektronikkonzerns Foxconn Terry Gou hat eine Kandidatur bei den im Januar anstehenden Präsidentschaftswahlen in Taiwan ausgeschlossen.

Der frühere Chef des Elektronikkonzerns Foxconn, Terry Gou, hat eine Kandidatur bei den im Januar anstehenden Präsidentschaftswahlen in Taiwan ausgeschlossen. Gou teilte seine Entscheidung am Montag kurz vor Ablauf der Registrierungsfrist für Kandidaten mit. Im April hatte er noch angekündigt, für die oppositionelle und chinafreundliche Kuomintang-Partei (KMT) antreten zu wollen, weil die chinesische Meeresgöttin Mazu ihm dazu geraten habe.

Die Entscheidung, dass er nun doch nicht als Kandidat antrete, habe er nicht getroffen, weil jemand ihn dazu überredet oder Einfluss auf ihn ausgeübt habe, teilte Gou mit. Er habe darüber nachgedacht und sei zu dem Schluss gekommen, dass "wir alle zu Rationalität und politischen Diskussionen zurückkehren sollten, wenn es darum geht, uns für unseren nächsten Staatschef zu entscheiden".

Am vergangenen Donnerstag hatte Gou nach 49 Jahren Mitgliedschaft seine Partei KMT verlassen, alte Verbündete als "korrupt" bezeichnet und die Partei als eine "Plattform für persönliche Bereicherung und Macht" verurteilt. Dies hatte Spekulationen befeuert, dass er möglicherweise als unabhängiger Bewerber bei den Wahlen antreten werde.

Gou ist der reichste Mann Taiwans, er war mehr als 40 Jahre Chef von Foxconn, dem weltweit größten Zulieferer für elektronische Geräte. Hon Hai Precision Industry ist der offizielle Name des Konzerns. In China ist das Unternehmen mit mehr als einer Million Beschäftigten der größte private Arbeitgeber. Im Juni hatte Gou seinen Rückzug aus der Foxconn-Konzernleitung bekanntgegeben, was viele als Zeichen sahen, dass er es mit seiner im April angekündigten Kandidatur ernst meine. 

Die Präsidentschaftswahlen in Taiwan finden im Januar 2020 statt. Die oppositionelle KMT steht für eine chinafreundliche Politik. Die regierende Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) von Präsidentin Tsai Ing Wen steht Peking dagegen skeptisch gegenüber.

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