Großbritannien

Johnson-Rivale Stewart verlässt Tories und will Bürgermeister von London werden

  • AFP
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  • 4. Oktober 2019, 18:13 Uhr
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Kandidiert als Bürgermeister in London: Rory Stewart Bild: AFP

Der frühere britische Entwicklungsminister Rory Stewart, der sich zuletzt im Rennen um den Parteivorsitz der Konservativen profilierte, hat seinen Parteiaustritt erklärt und will als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in London antreten.

Der frühere britische Entwicklungsminister Rory Stewart, der sich zuletzt im Rennen um den Parteivorsitz der Konservativen profilierte, hat seinen Parteiaustritt erklärt und will als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in London antreten. Er werde sich nicht wieder um ein Parlamentsmandat bewerben, sagte Stewart am Freitag. Das britische Unterhaus bezeichnete er nach den Brexit-Debatten der vergangenen Monate als "schauerlich schreiendes" Parlament.

Im Rennen um den Parteivorsitz, aus dem der aktuelle Premierminister Boris Johnson im Juli als Sieger hervorging, war Stewart der einzige Kandidat, der einen EU-Austritt Großbritanniens ohne Abkommen entschieden ablehnte. Bei seiner Ankündigung für die Kandidatur als Londoner Bürgermeister sagte der 46-Jährige, von der britischen Hauptstadt aus wolle er sich gegen "die Gefahren des Brexit" und des Extremismus wenden, der sich derzeit breitmache.

Stewart trifft bei seiner Kandidatur in London auf den derzeitigen Bürgermeister Sadiq Khan von der Labour-Partei und den konservativen Bewerber Shaun Bailey. Im Kampf um den Parteivorsitz der Konservativen verstand Stewart es, seinen Bekanntheitsgrad mit Auftritten in den sozialen Internet-Medien zu steigern. Schon 2004 sorgte er mit einem Reisebericht für Aufsehen, in dem er schilderte, wie er zwei Jahre zuvor "nur mit einem zahnlosen Mastiff als Begleitung" quer durch Afghanistan wanderte. Nach dem Kosovo-Krieg war Stewart Großbritanniens Repräsentant in Montenegro. In Presseberichten wurde ihm nachgesagt, er arbeite für den Auslands-Geheimdienst MI6, was er bestritt.

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