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Kramp-Karrenbauer überzeugt Junge Union mit kämpferischer Rede

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  • 13. Oktober 2019, 15:04 Uhr
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Kramp-Karrenbauwer auf dem Deutschlandtag Bild: AFP

Die nach dem Urwahl-Beschluss der Jungen Union zur Kanzlerkandidatur unter Druck stehende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist mit einer kämpferischen Rede auf den Parteinachwuchs zugegangen.

Die nach dem Urwahl-Beschluss der Jungen Union (JU) unter Druck stehende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist mit einer kämpferischen Rede auf den Parteinachwuchs zugegangen. "Mit der JU kuschelt man nicht, mit der streitet man", sagte sie am Sonntag auf dem JU-Deutschlandtag. Sie bezeichnete die Nachwuchsorganisation als Motor der Partei. Kramp-Karrenbauer erhielt viel Applaus für ihre Rede - allerdings gab es auch Kritik.

Die Junge Union hatte auf ihrem Treffen beschlossen, dass angesichts schwacher Umfragewerte der nächste Kanzlerkandidat der Union per Urwahl bestimmt werden soll. Kramp-Karrenbauer hatte sich gegen den Vorstoß ausgesprochen. Auf dem Deutschlandtag plädierte auch CSU-Chef Markus Söder gegen solch ein Modell.

Gäste in Saarbrücken waren neben Kramp-Karrenbauer und Söder auch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (alle CDU). Die Parteichefin sagte spöttisch, ihr sei der Deutschlandtag des Parteinachwuchs zwischenzeitlich wie die Castingshow "Germany's next Topmodel" vorgekommen. 

Kramp-Karrenbauer wurden trotz des langen Applauses für ihre Rede von einigen Delegierten auch Fehler vorgehalten. Kritik wurde etwa am Umgang der Partei mit dem Video des YouTubers Rezo, "Die Zerstörung der CDU", laut. Außerdem bemängelten Tagungsteilnehmer Kramp-Karrenbauers Strategie nach ihrer Wahl zur CDU-Chefin, zunächst einen Kabinettsposten auszuschließen, um dann doch Verteidigungsministerin zu werden. 

Kramp-Karrenbauer beschwor die JU, sich in der Auseinandersetzung wieder stärker auf die anderen Parteien zu konzentrieren. Es dürfe nie vergessen werden: "Der politische Gegner sitzt immer außerhalb unserer Reihen, nie innerhalb."

JU-Chef Tilman Kuban versprach der Parteivorsitzenden Unterstützung vom Parteinachwuchs im Wahlkampfschlussspurt in Thüringen. Wenn Wahlkampf sei, könne sich die Partei immer auf die Junge Union verlassen.

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