Wahlen

Umfragen lassen auf Hängepartie bei Parlamentswahl in Kanada schließen

  • AFP
  • In POLITIK
  • 21. Oktober 2019, 15:34 Uhr
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Justin Trudeau (l.) und Herausforderer Andrew Scheer Bild: AFP

Mit der Aussicht auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem amtierenden Premierminister Trudeau und seinem konservativen Herausforderer Scheer hat die kanadische Bevölkerung ein neues Parlament gewählt. Rund 27,4 Millionen Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe aufgerufen.

Weiter Justin Trudeau oder künftig Andrew Scheer? Mit der Aussicht auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem amtierenden Premierminister und seinem konservativen Herausforderer haben die Kanadier am Montag ein neues Parlament gewählt. Rund 27,4 Millionen Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Liberalen und Konservativen wurden in den Umfragen jeweils rund ein Drittel der Stimmen vorhergesagt. 

Der Wahlsieger wird demnach im neuen Parlament Unterstützer suchen müssen - was Wochen dauern könnte. Trudeaus Liberalen wurden in den jüngsten Umfragen 31 bis 34 Prozent vorhergesagt, Scheers Konservativen 32 bis 33 Prozent. Die Kanadier sind es seit 1867 gewöhnt, dass sich diese Parteien in der Regierungsverantwortung ablösen, aber selten war der Ausgang der Wahl so unvorhersehbar.

Der Verlust der absoluten Mehrheit Trudeaus schien bereits vor der Öffnung der Wahllokale ausgemachte Sache. Scheer griff den 47-jährigen Regierungschef vor allem wegen der CO2-Steuer an - die er im Falle eines Sieges seiner Konservativen wieder abschaffen wolle. 

Trudeau warnte, die Kanadier könnten am Tag nach der Wahl mit einer konservativen Regierung aufwachen, die auf "die Beseitigung des einzigen echten Plans zur Bekämpfung des Klimawandels, den Kanada je hatte" abziele. Unterstützung erhielt Trudeau von Ex-US-Präsident Barack Obama, der twitterte, die Welt brauche Trudeaus "progressive Führung".

Scheer warnte im Wahlkampf vor einer möglichen Koalition der Liberalen mit der der noch jungen New Democratic Party (NDP) von Jagmeet Singh. Diese beiden Parteien würden "gemeinsam die CO2-Steuer erhöhen und Ihre Rechnungen um tausende von Dollar ansteigen lassen", sagte der Konservative an die Wähler gewandt. 

Trudeau bezeichnete den Wahlkampf als "einen der schmutzigsten, auf Desinformation basierenden" in der Geschichte des Landes. In der Kampagne zirkulierten unter anderem falsche Anschuldigungen, die Liberalen wollten harte Drogen legalisieren und die Konservativen wollten den Verkauf von Schnellfeuerwaffen freigeben. 

Die Spitzenkandidaten beteiligten sich auch selbst an den harten Attacken. Trudeau warf den Konservativen eine Politik der "Angstmacherei und Spaltung" vor, Scheer bezeichnete den Regierungschef als "notorischen Lügner" und "Betrüger".

Stimmengewinne wurden neben der NDP auch dem Bloc Québécois von Yves-François Blanchet vorausgesagt. Sowohl die NDP als auch der Bloc Québécois erklärten vor der Wahl, sie wollten keine Minderheitsregierung der Konservativen unterstützen. 

Gelingt es keiner der großen Parteien, die Mehrheit von 170 der 338 Mandate zu erringen, kann Trudeau auch so lange im Amt bleiben, wie er Vertrauensabstimmungen im Parlament gewinnt.

Da sich Kanada über sechs Zeitzonen erstreckt, sollten die letzten Wahllokale in der westlichen Provinz British-Columbia erst am Dienstag 04.00 Uhr (MESZ) schließen. Erste Teilergebnisse wurden aber schon am Montagabend Ortszeit (Dienstag 01.00 Uhr MESZ) erwartet.

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