Kriminalität

Biograph: Fritz von Weizsäcker hat sich nicht bedroht gefühlt

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Berlin - Der bei einem Messerangriff getötete Arzt und Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Fritz von Weizsäcker, hat sich nach Darstellung des Familien-Biographen Hans-Joachim Noack nicht bedroht gefühlt. "Er war ein überaus höflicher Mensch. Er hat mich nach unserem Gespräch durch alle Gänge der Schlosspark-Klinik begleitet und noch weiter auf den Parkplatz, bis das Taxi kam. Er hat sich da sehr frei bewegt. Ich hatte nie das Gefühl von Angst, Bedrückung oder gar Bedrohung", sagte Noack den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Donnerstagsausgaben).

Bei der mehrjährigen Recherche über die Großfamilie von Weizsäcker hatte Noack häufiger mit Fritz von Weizsäcker zu tun.

Er habe ihn zuletzt vor einem Jahr getroffen. "Er war sehr unprätentiös, er hatte etwas Einladendes", so der Biograph weiter. Es sei relativ einfach gewesen, mit ihm zu reden. Richard von Weizsäcker, aber auch die vielen Cousins und Cousinen, die Onkel und Tanten hätten Fritz von Weizsäcker als einen sehr unkomplizierten, aber auch sehr zupackenden Menschen beschrieben.

"So war das entscheidende Motiv für Fritz von Weizsäcker, Medizin zu studieren, dass sein seit vielen Jahren und Jahrzehnten an Krebs erkrankter Bruder Andreas unbedingt gerettet werden sollte. Fritz von Weizsäcker hatte sich ausgemalt, er könne so viel medizinisches Know-how erwerben, dass er höchstpersönlich seinen Bruder vor dem Tod erretten kann, was dann ja letztlich leider nicht geschehen ist", sagte Noack den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Noack ist einer der renommiertesten politischen Biographen in Deutschland. Der Journalist hat Bücher über Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut Kohl geschrieben. Vor wenigen Wochen erschien sein Buch "Die Weizsäckers: Eine deutsche Familie".

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