Afghanistan

AKK fordert Beteiligung der afghanischen Politik an Friedensgesprächen mit Taliban

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Kramp-Karrenbauer Bild: AFP

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Einbindung der afghanischen Politik in die Friedensgespräche mit den radikalislamischen Taliban gefordert. Das sagte sie bei einer Pressekonferenz mit dem afghanischen Präsidenten Ghani.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Einbindung der afghanischen Politik in die Friedensgespräche mit den radikalislamischen Taliban gefordert. "Wir sind der Auffassung, dass ein Friedensgespräch und ein Friedensschluss auf jeden Fall die afghanische Politik, die afghanischen Verantwortlichen mit einbeziehen muss", sagte sie am Dienstag nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Die afghanische Regierung war bislang nicht in die Friedensgespräche zwischen der US-Regierung und den Taliban einbezogen.

"Wir hoffen sehr, dass die freien und friedlichen Wahlen zur Präsidentschaft jetzt auch zügig zu einem von allen nachvollziehbaren und akzeptierten Ergebnis führen werden", sagte Kramp-Karrenbauer. "Eine stabile Sicherheitssituation, eine starke und stabile politische Situation und gute Bildungsmöglichkeiten" seien die "Grundvoraussetzungen", damit Afghanistan auch bei Themen wie Klimawandel und Umweltschutz vorankomme.

Am zweiten Tag ihrer Afghanistan-Reise traf sich Kramp-Karrenbauer nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums auch mit dem afghanischen Regierungschef Abdullah Abdullah. Auch in diesem Gespräch habe die Ministerin betont, es sei wichtig, "dass bald ein von allen anerkanntes Ergebnis der Präsidentschaftswahl" verkündet werde, teilte das Ministerium im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Abdullah habe um "mehr wirtschaftliche Kooperation" gebeten. 

Kramp-Karrenbauer traf sich überdies zu Gesprächen mit dem afghanischen Verteidigungsminister Asadullah Chalid und General Scott Miller, Oberbefehlshaber der US- und Nato-Truppen in Afghanistan.

Die Verteidigungsministerin war am Montag zu einem mehrtägigen Besuch in Afghanistan angekommen. Sie besuchte zunächst den nordafghanischen Bundeswehr-Standort in Masar-i-Scharif. 

In Afghanistan sind im Rahmen der Nato-geführten Mission "Resolute Support" etwa 1200 deutsche Soldaten stationiert. Mitte Februar hatte das Bundeskabinett die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in dem Land am Hindukusch beschlossen. Im Mittelpunkt der Mission stehen die Ausbildung und Beratung afghanischer Sicherheitskräfte. Am Standort in Masar-i-Scharif sind etwa 1000 Bundeswehr-Soldaten im Einsatz.

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