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Altmaier will schnellstmöglich "Batteriezellen made in Germany"

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Batteriezelle im Test am Fraunhofer Institut in Würzburg Bild: AFP

Nach der Genehmigung von Staatsbeihilfen zum Aufbau einer europäischen Batteriezellfertigung will Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schnell heimische Unternehmen fördern und die industrielle Fertigung in Deutschland auf den Weg bringen.

Nach der Genehmigung von Staatsbeihilfen zum Aufbau einer europäischen Batteriezellfertigung will Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schnellstmöglich heimische Unternehmen fördern und die industrielle Fertigung in Deutschland auf den Weg bringen. "Wir wollen Batteriezellen made in Germany", sagte Altmaier am Montag in Berlin, "es steht sehr viel auf dem Spiel". Er zeigte sich "notfalls auch zur Verkürzung von Planungs- und Genehmigungsverfahren bereit".

Die Batterie-Allianz sei "ein großer Durchbruch, für den wir hart gearbeitet haben, auf den wir lange gewartet haben", betonte der Minister, "aber auch ein Erfolg für die technologische Souveränität unseres Landes". Deutschland habe bei dem Projekt "industriepolitisch Führung bewiesen", sagte er weiter und betonte, "dass der Aufbruch in die Welt der Elektromobilität in den letzten Wochen stark vorangekommen ist".

Die EU-Kommission billigte am Montag die geplanten Staatsbeihilfen Deutschlands und sechs weiterer Länder in Höhe von 3,2 Milliarden Euro zum Aufbau einer Batteriezellen-Fertigung in Europa. Als "wichtiges Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse" könne der Plan "ohne übermäßige Verfälschungen des Wettbewerbs" umgesetzt werden, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Im Falle Deutschlands geht es um öffentliche Hilfen von bis zu 1,25 Milliarden Euro.

In der Batterie-Allianz der Kommission sollen europäischen Unternehmen bei dem für Elektroautos wichtigen Bereich ihren Rückstand aufholen. Die europäische Produktion soll dabei nach dem Vorbild des Flugzeugbauers Airbus gebündelt werden. Es geht um die Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien, die langlebig sein sollen und kurze Ladezeiten ermöglichen.

"Wir wollen die besten, die nachhaltigsten, die umweltfreundlichsten und die leistungsfähigsten Batteriezellen bauen", sagte Altmaier. "Wir werden, davon bin ich überzeugt, bereits in wenigen Jahren in Deutschland die erste industrielle Fertigung von Batteriezellen mit mehreren tausend Arbeitsplätzen erleben." Das sei auch nötig, sagte der Minister und verwies auf den Stellenabbau in der Automobilindustrie.

Bei Elektroautos sind Batterien das teuerste Bauteil und gleichzeitig das entscheidende für deren Attraktivität. Europäische Autohersteller laufen Gefahr, in Zukunft immer weniger an der Wertschöpfung beim Bau von Fahrzeugen zu verdienen. Um das zu verhindern, entstehe nun "das erste paneuropäische Batterie-Ökosystem", dass grenzüberschreitend die Zusammenarbeit von Unternehmen ermögliche und Produkte in dem strategischen Sektor schnell zur Marktreife bringen könne, erklärte Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic.

Finanziell beteiligen sich an dem Vorhaben mit Staatshilfen auch Belgien (80 Millionen Euro), Finnland (30 Millionen Euro), Frankreich (960 Millionen Euro), Italien (570 Millionen Euro), Polen (240 Millionen Euro) und Schweden (50 Millionen Euro). Die staatliche Finanzierung soll Brüssel zufolge voraussichtlich bis 2031 laufen und weitere fünf Milliarden Euro von privaten Investoren mobilisieren.

Von deutscher Seite sind mit BASF, BMW, Opel, Umicore und Varta "renommierte, große und leistungsfähige deutsche Unternehmen" beteiligt, wie Altmaier erklärte. Er kündigte an, deren Förderung "sehr rasch" bewilligen zu wollen. 

Anfang kommenden Jahres wollen Altmaier und der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire demnach den Grundstein für eine Pilotanlage in Frankreich legen. "Spätestens Mitte der 20er Jahre" sollen laut Bundeswirtschaftsministerium dann auch in Deutschland "Batteriezellen im industriellen Maßstab hergestellt werden".

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