Politik

EVP-Fraktionschef Weber kritisiert Frankreichs Präsident Macron

  • AFP
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  • 10. Dezember 2019, 22:54 Uhr
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Manfred Weber Bild: AFP

Der EVP-Fraktionsvorsitzende Manfred Weber hat eine 'teilweise Entfremdung' zwischen Deutschland und Frankreich konstatiert - und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron eine Verantwortung dafür gegeben.

Der EVP-Fraktionsvorsitzende Manfred Weber hat eine "teilweise Entfremdung" zwischen Deutschland und Frankreich konstatiert - und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron eine Verantwortung dafür gegeben. "Wenn ich sehe, wie ein Emmanuel Macron Politik betreibt: erst mal ein politisches Erdbeben auslösen, in der Hoffnung, dass daraus etwas Neues entsteht", sagte Weber der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe). 

Weber war ursprünglich für den Posten des neuen Kommissionspräsidenten gehandelt worden. Dies hatte Macron jedoch mit seiner Blockade bei der Nominierung durch die Staats- und Regierungschefs maßgeblich verhindert. 

Im Gegensatz zum Politikstil Macrons bewertete Weber die Arbeitsweise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) positiv: "zuhören, miteinander reden, sorgsam den nächsten Schritt gehen" - danach werde man sich nach dem Ende von Merkels Kanzlerschaft schneller gedacht als zurücksehnen, sagte der CSU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung". Zugleich sagte Weber, er wünsche sich, dass Merkel während ihrer Kanzlerschaft "Europa noch stärker zu ihrem Projekt macht".

Weber kritisierte, dass den Staats- und Regierungschefs der EU der Mut fehle, eine gemeinsame europäische Armee aufzustellen. Es sei eine historische Aufgabe, Europa außen- und sicherheitspolitisch handlungsfähig zu machen. "Wir Deutsche sind wegen unserer Geschichte militärisch zurückhaltend, zu Recht", sagte Weber, fügte aber hinzu: "Die Kriege kommen näher." 

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