Politik

Sechs Tote bei Protesten gegen Staatsbürgerschaftsgesetz in Indien

  • AFP
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  • 15. Dezember 2019, 12:02 Uhr
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Straßenblockade in einem Außenbezirk von Kolkata Bild: AFP

Bei Protesten gegen ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz sind in Indien sechs Menschen getötet worden. In der Stadt Guwahati beteiligten sich am Sonntag rund 5000 Menschen an einer Kundgebung gegen das Gesetz.

Bei Protesten gegen ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz sind in Indien sechs Menschen getötet worden. Die Behörden des Bundesstaates Assam teilten am Sonntag mit, dass vier Menschen, die von Polizeikugeln getroffen worden waren, im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen seien. Zwei weitere Todesfälle gab es bei einer Schlägerei und beim Abbrennen eines Ladens. 

In der Stadt Guwahati beteiligten sich am Sonntag rund 5000 Menschen an einer Kundgebung gegen das Gesetz. Für Einwanderer aus Bangladesch, Pakistan und Afghanistan sieht die Neuregelung Vereinfachungen bei der Einbürgerung vor, wohingegen Muslime ausgeschlossen werden.

Das Einwanderungsgesetz wurde am Mittwoch vom Oberhaus verabschiedet. Es gewährt Angehörigen religiöser Minderheiten aus Bangladesch, Pakistan und Afghanistan, die vor 2015 ohne gültige Papiere ins Land kamen, die Staatsbürgerschaft. 

Kritiker werfen der hinduistisch-nationalistischen Partei BJP von Premierminister Narendra Modi vor, die 200 Millionen Muslime im Land zu diskriminieren. Vor dem Obersten Gerichtshof Indiens wurde ein Prozess gegen das neue Gesetz angestrengt.

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