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Mexiko hindert erneut hunderte Zentralamerikaner an illegalem Grenzübertritt

  • AFP
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  • 21. Januar 2020, 01:45 Uhr
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Zentralamerikanische Migranten durchqueren den Grenzfluss zu Mexiko Bild: AFP

Mexikanische Sicherheitskräfte haben erneut hunderte Migranten aus Zentralamerika daran gehindert, illegal ins Land zu gelangen. Die Migranten waren durch den Suchiate-Grenzfluss gewatet. Die mexikanische Nationalgarde feuerte mit Tränengas auf die Migranten, von denen die meisten daraufhin umkehrten.

Mexikanische Sicherheitskräfte haben erneut hunderte Migranten aus Zentralamerika daran gehindert, illegal ins Land zu gelangen. Die Migranten waren am Montag durch den Suchiate-Fluss gewatet, der die natürliche Grenze zwischen Mexiko und Guatemala bildet. Die mexikanische Nationalgarde feuerte mit Tränengas auf die Migranten, von denen die meisten daraufhin umkehrten, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten.

Aus der Menschenmenge heraus wurden die Sicherheitskräfte mit großen Steinen beworfen. Die Nationalgardisten verbargen sich hinter Schutzschilden. Rund 200 Migranten gelang es, den von den Sicherheitskräften gebildeten Riegel zu durchbrechen oder umgehen. Sie wurden aber nach Angaben der mexikanischen Behörden später festgenommen. 

Ein AFP-Reporter sah, dass große Gruppen von Migranten in Busse verladen wurden. Einige weigerten sich zunächst, die Busse zu besteigen, und versuchten zu fliehen. Sie wurden aber festgehalten und zum Besteigen der Busse gezwungen.

Bereits am Wochenende war es am Suchiate-Fluss zu Konfrontationen zwischen den mexikanischen Sicherheitskräften und Migranten gekommen. Dabei wurden rund 1500 Zentralamerikaner an der illegalen Einreise gehindert. 

Die Migranten gehören zu einer größeren Gruppe von etwa 3000 Menschen, die sich in den vergangenen Tagen in der Stadt San Pedro Sula im Norden von Honduras versammelt hatten. Von dort brechen seither immer wieder Gruppen Richtung USA auf. Die vor allem aus Honduras stammenden Migranten fliehen vor Gewalt und Armut in dem zentralamerikanischen Land. 

US-Präsident Donald Trump hatte Mexiko im vergangenen Jahr massiv unter Druck gesetzt, damit es Migranten auf dem Weg in die USA aufhält. Im Mai drohte er dem südlichen Nachbarn Strafzölle an. Mexiko entsandte schließlich 27.000 Soldaten an seine Grenzen und erlaubte den USA, 40.000 Asylsuchende zurück nach Mexiko zu schicken, solange deren Anträge bearbeitet werden. 

Den ersten großen Flüchtlingstreck von Honduras in Richtung USA hatte es im Oktober 2018 gegeben, als rund 2000 Menschen durch Guatemala und Mexiko nordwärts zogen. Seither folgten mehrere ähnliche Aktionen. Trump entsandte als Reaktion 6000 Soldaten an die Grenze zu Mexiko und warnte vor einer "Invasion von Kriminellen". 

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