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Pläne für eine „neue Formel 1“ ab dem Jahr 2021 bekanntgegeben

  • Redaktion
  • In SPORT
  • 21. Januar 2020
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@ randomwinner (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Schon lange kämpft die Formel 1 mit einem Imageproblem. Die alten glorreichen Tage von Häkkinen, Schumacher und Hill sind Geschichte, und die Zuschauer strömen nicht mehr so zahlreich zu den Grand Prix strecken der Welt. Dies hat zum einen mit der geringen Spannung zu tun, die in der Formel 1 herrscht, zum anderen steht die Formel 1 in Sachen Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand.

Während die Bosse der Rennserie kürzlich bekannt gaben, dass die Formel 1 bis 2030 CO2-neutral werden will und somit klar macht, dass sich alle Beteiligten darüber bewusst sind, dass der Wettbewerb Klima und Umwelt schadet, ist schon länger bekannt, dass für 2021 grundlegende Regeländerungen geplant sind. Diese sollen dafür sorgen, dass „die Königsklasse des Motorsports“ wieder spannender wird und der Zuspruch der Fans wieder wächst. Die Macher der Rennserie erhoffen sich durch die grundlegende Überarbeitung des Reglements deutlich mehr Wettkampf.

Die Rennserie wird nicht nur seit einigen Jahren von einem Team dominiert, sondern hat auch ein Überholproblem. Da sich der Abtrieb der kompliziert konstruierten Formel 1 Boliden beim Hinterherfahren im Renntempo um mehr als 50 Prozent verringert, ist es kaum möglich auch etwas langsamere Gegner auf der Strecke zu überholen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, werden drastische Änderungen am Aerodynamikpaket der Rennwagen durchgeführt. Neben der deutlichen Verkleinerung von Front- und Heckflügel, werden die vielen kleinen „Flaps“ und „Bargeboards“ komplett abgeschafft, um einfachere Autos zu realisieren, die wieder enges Racing auf der Strecke zulassen sollen.

Zudem werden viele Teile am Motor, am Benzinsystem und in den Bereichen Antrieb, Aufhängung, Lenkung, Räder und Reifen standardisiert. Auch das Minimalgewicht wird erhöht, um mehr Sicherheit zu gewährleisten, größere Fahrer nicht zu benachteiligen und den Einsatz von speziellen leichteren Materialien zu verringern.

Neben den Änderungen an den Autos, die dazu führen werden, dass die Renner in 2021 deutlich anders aussehen werden, als in den letzten Jahren, wird auch das Budget reglementiert. Es ist eine Obergrenze von 175 Millionen US-Dollar geplant, die Kosten reduzieren und gleichzeitig die Chancengleichheit verbessern soll. Natürlich gibt es diverse Ausnahmen, die für den regulären Formel 1 Fan schwer zu fassen sind, doch ist dieser Schritt für die meisten Teams der Richtige. Lediglich die Top Teams von Mercedes, Ferrari und Red Bull haben deutliche Bedenken an den neuen Regeln geäußert.

Besonders das Mercedes-Team, das in den letzten Jahren zu jedem Rennwochenende als Favorit anreiste und mit dem Fahrer Lewis Hamilton als absoluter Meisterfavorit gehandelt wird, ist gegen Regeländerungen, da diese dafür sorgen könnten, dass der Hersteller seine Vormachtstellung einbüßt.

Mehr Spannung auf der Strecke, mehr Überholmanöver, weniger Kosten und erhöhte Sicherheit hören sich zwar aktuell sehr gut an, doch ist es schwer zu sagen, ob diese Änderungen die gewünschten Effekte mit sich bringen werden. Es ist davon auszugehen, dass sich die Kräfteverhältnisse deutlich verschieben, doch muss auch gehofft werden, dass nicht ein Team Lücken im Reglement findet und sich so einen deutlichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz erarbeitet.

Der Ansatz der Bosse ist der richtige und besonders der Plan, bis 2030 CO2-neutral zu sein, sehr löblich. Ob sich dies alles umsetzten lässt und grundlegenden Änderungen die Formel 1 in eine bessere Zukunft führen, kann aber erst in ein paar Jahren gesagt werden.

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