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Der "Pharao" Mubarak ist tot

  • AFP
  • In POLITIK
  • 25. Februar 2020, 13:52 Uhr
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Mubarak im Jahr 2009 Bild: AFP

Der frühere ägyptische Staatschef Husni Mubarak ist tot. Er sei am Dienstag im Alter von 91 Jahren in einem Militärkrankenhaus in Kairo gestorben, sagte sein Schwager. Der langjährige Staatschef war 2011 nach drei Jahrzehnten an der Macht während des Arabischen Frühlings gestürzt worden.

Drei Jahrzehnte lang regierte er mit harter Hand - nun ist der frühere ägyptische Staatschef Husni Mubarak gestorben. Er sei am Dienstag im Alter von 91 Jahren in einem Militärkrankenhaus in Kairo gestorben, sagte sein Schwager, General Munir Thabet. Mubarak war ab 1981 in Ägypten an der Macht und wurde 2011 während des Arabischen Frühlings gestürzt.

"Heute Morgen ist mein Vater, Präsident Mubarak, gestorben", schrieb sein Sohn Alaa im Kurzbotschaftendienst Twitter. Mubaraks Gesundheitszustand war schon seit einigen Jahren nicht mehr stabil. Zuletzt kämpfte er gegen eine langwierige Erkrankung und wurde erst kürzlich auf die Intensivstation verlegt. 

Der "Pharao", wie Mubarak während seiner Amtszeit häufig genannt wurde, war im Oktober 1981 von seinem Posten als Vizepräsident an die Staatsspitze gerückt. Mit einem gewaltigen ächtigen Polizeiapparat und einer Partei nach seinen Vorstellungen festigte Mubarak in den Folgejahren seine Macht.

Auf der internationalen Bühne war Mubarak trotz seines autokratischen Führungsstils lange Zeit ein gern gesehener Gast. Als Verbündeter der USA war er ein wichtiger Faktor für die westliche Nahostpolitik, da Ägypten als erstes arabisches Land 1979 ein Friedensabkommen mit Israel schloss. Auch zeigte er sich als entschlossener Kämpfer gegen das Extremistennetzwerk Al-Kaida und konnte im Gegenzug auf großzügige Militärhilfe aus Washington zählen.

Unter Mubarak wucherten allerdings auch Bürokratie und Korruption im Staatsapparat, die Schere zwischen Arm und Reich ging immer weiter auseinander. Regelmäßig gab es Berichte über Verstöße gegen Menschen- und Bürgerrechte sowie über Polizeigewalt.

Die Wut über die fehlenden Perspektiven, wirtschaftlichen Stillstand und die politische Unterdrückung entlud sich schließlich Anfang 2011, angeheizt durch die Revolte in Tunesien. Unter dem Druck von Massenprotesten trat Mubarak im Februar 2011 zurück. 

Nach seiner Entmachtung sah er sich verschiedenen Strafverfahren ausgesetzt, unter anderem wegen der Tötung von Demonstranten und Korruptionsvorwürfen. Mubarak verbrachte rund sechs Jahre in Haft, wurde im März 2017 aber in letzter Instanz doch vom Vorwurf des hundertfachen Mordes bei der Niederschlagung der Massenproteste freigesprochen.

Der Ex-Staatschef überlebte mehrere Attentatsversuche, unter anderem 1995 von islamistischen Kämpfern in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. 

Seit dem Sturz Mubaraks verschlechterte sich insbesondere auf der Sinai-Halbinsel die Sicherheitslage erheblich, wo unter anderem die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aktiv ist. Der IS hatte 2016 und 2017 mehrere tödliche Anschläge auf koptische Kirchen in Ägypten für sich beansprucht. 

Wegen ihrer Verstrickung in die Anschläge mit insgesamt 88 Toten wurden 17 Angeklagte im Oktober 2018 zum Tode verurteilt. Acht von ihnen wurden nun hingerichtet, wie die ägyptischen Behörden am Dienstag mitteilten.

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