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Ex-Bürgermeisterin von Baltimore zu drei Jahren Haft verurteilt

  • AFP
  • In POLITIK
  • 28. Februar 2020, 10:22 Uhr
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Catherine Pugh Bild: AFP

Die frühere Bürgermeisterin der US-Großstadt Baltimore, Catherine Pugh, ist wegen Steuerbetrugs zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Pugh habe keinen 'winzigen Fehler', sondern Betrug in 'sehr großem Ausmaß' begangen, urteilte die Richterin.

Die frühere Bürgermeisterin der US-Großstadt Baltimore, Catherine Pugh, ist wegen Steuerbetrugs zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Pugh habe keinen "winzigen Fehler", sondern Betrug in "sehr großem Ausmaß" begangen, sagte Richterin Deborah Chasanow laut der Lokalzeitung "Baltimore Sun" am Donnerstag (Ortszeit) bei der Verkündung des Strafmaßes. Das 69-jährige frühere Stadtoberhaupt, das der Demokratischen Partei angehört, wurde ferner zu einer Entschädigungszahlung von rund einer Million Dollar (900.000 Euro) verurteilt.  

Die Ex-Bürgermeisterin bekannte sich des Betrugs und der Steuerflucht schuldig. Pugh hatte hunderttausende Dollar eingenommen, indem sie ihre Kinderbücher aus der Reihe "Healthy Holly" ("Die gesunde Holly") an Organisationen verkaufte, zu denen sie gute Verbindungen hatte. In einigen Fällen wurden die Bücher nie an die angeblichen Kunden ausgeliefert.

"Ich übernehme volle Verantwortung", sagte Pugh in einer Video-Botschaft. Sie entschuldigte sich zudem dafür, den ohnehin angeschlagenen Ruf Baltimores beschädigt zu haben. Die 600.000-Einwohner-Stadt ist berüchtigt für ihre hohe Kriminalitätsrate und die hohe Armutsquote. Die Richterin wollte die Entschuldigung jedoch nicht gelten lassen. "Ich habe ehrlich gesagt keine Erklärung gehört, die Sinn ergibt", sagte Chasanow. Die Art und die Umstände von Pughs Steuerbetrug seien "extrem schwerwiegend". 

Laut der "Baltimore Sun" bezahlte etwa ein Institut der Universität von Maryland zwischen 2012 und 2018 eine halbe Million Dollar für Pughs Kinderbücher. In diesem Zeitraum war die Politikerin Mitglied im Aufsichtsrat des Instituts. Pugh hatte die Vorwürfe zunächst abgestritten und die Strafverfolgung durch die Justiz als "Hexenjagd" bezeichnet. Später räumte sie einen "bedauernswerten Fehler" ein und gab 100.000 Dollar an Einnahmen durch den Verkauf ihrer Bücher zurück. 

Pugh war 2016 zur Bürgermeisterin von Baltimore gewählt worden. In Folge immer lauterer Korruptionsvorwürfe trat sie im vergangenen Jahr zurück.

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