Luftfahrt

Lufthansa schließt wegen Corona-Krise Germanwings und schrumpft Flotte

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Lufthansa in München Bild: AFP

Wegen der Corona-Krise stellt die Lufthansa den Flugbetrieb ihres Tochterunternehmens Germanwings ein und schrumpft ihre Flotte. Mit einem ersten Restrukturierungspaket wolle der Konzern 'die Kapazität der Flugbetriebe sowie der Administration längerfristig absenken'.

Wegen der Corona-Krise ergreift die Lufthansa drastische Maßnahmen: Der Luftfahrtkonzern schließt sein Tochterunternehmen Germanwings und schrumpft die Flotte um mehr als 40 Flugzeuge. Mit diesem ersten "Restrukturierungspaket" solle "die Kapazität der Flugbetriebe sowie der Administration längerfristig" abgesenkt werden, teilte Lufthansa am Dienstag mit. Angaben über mögliche Arbeitsplatzverluste machte das Unternehmen nicht. Alle aus der Schließung von Germanwings resultierenden Optionen sollten mit den Sozialpartnern besprochen werden, hieß es.

Der Vorstand der Lufthansa AG erwarte "keine schnelle Rückkehr" der Luftverkehrsindustrie auf das Niveau vor der Coronakrise, teilte das Unternehmen in Frankfurt weiter mit. Es werde Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind "und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Vorkrisen-Niveau entspricht". Die "unausweichliche" Verkleinerung der Flugbetriebe solle unter anderem durch kollektive Beschäftigungsmodelle sozialverträglich gestaltet werden.

Germanwings flog bislang für Eurowings. Die bereits vor der Krise festgelegte Zielsetzung von Eurowings, den Flugbetrieb auf eine Einheit zu bündeln, werde "nun beschleunigt umgesetzt", erklärte Lufthansa. "Der Flugbetrieb der Germanwings wird beendet." 

Auch bei der Tochter Eurowings werde die Zahl der Flugzeuge weiter reduziert. So sind zusätzlich zehn Airbus A320 aus dem Kurzstreckenbereich zur Ausflottung vorgesehen, wie Lufthansa mitteilte. Zudem soll das Langstreckengeschäft der Eurowings verkleinert werden.

Bei der Lufthansa Airline werden sechs Riesen-Airbus vom Typ A380 und sieben Flugzeuge vom Typ A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 stillgelegt. Hinzu kommen auf der Kurzstrecke elf Airbus A320. Damit reduziere Lufthansa die Kapazitäten an den Drehkreuzen Frankfurt und München, hieß es in der Erklärung. 

Zusätzlich werde Lufthansa Cityline, die vor allem touristische Langstreckenziele anfliegt, drei Flugzeuge vom Typ Airbus A340-300 aus dem Betrieb nehmen, kündigte Lufthansa an. Insgesamt werden damit mehr als 40 der insgesamt 763 Flugzeuge stillgelegt.

Bei den Tochterfirmen Austrian Airlines und Brussels Airlines würden die bereits begonnenen Restrukturierungsprogramme "nochmals verschärft", kündigte Lufthansa an. Beide Gesellschaften arbeiteten unter anderem an der Reduzierung ihrer Flotten. 

Auch Swiss International Airlines werde ihre Flottengröße durch die verzögerte Auslieferung von bestellten Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen anpassen. Zudem werde die vorgezogene Ausmusterung älterer Flugzeuge geprüft.

Für alle von dem Restrukturierungspaket betroffenen Mitarbeiter gelte weiter das Ziel, möglichst vielen eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Lufthansa Group zu bieten, teilte der Konzern mit. Dafür sollten mit den Sozialpartnern zügig Gespräche vereinbart werden, um unter anderem über neue Beschäftigungsmodelle zur Sicherung von möglichst vielen Arbeitsplätzen zu sprechen.

Die Lufthansa hatte bereits vergangene Woche zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und verhandelt mit der Bundesregierung über mögliche Staatshilfen. Weltweit hat die Lufthansa für 87.000 von insgesamt 135.000 Beschäftigten und damit für rund zwei Drittel der Konzernbelegschaft Kurzarbeit angemeldet oder geplant.

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