Nahrungsmittel

Foodwatch: Lebensmittelkontrollen durch Coronakrise eingeschränkt

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Kunde in einer Mensadts

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Berlin - Die Lebensmittelkontrollen in Deutschland sind nach Angaben der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch infolge der Coronakrise derzeit massiv eingeschränkt. Routinekontrollen in Unternehmen sowie Probenanalysen seien größtenteils ausgesetzt, da die Laborkapazitäten jetzt für Corona-Proben gebraucht werden und Kontrolleure in den Gesundheitsämtern aushelfen, sagte der Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

Somit fallen zahlreiche Hygienekontrollen und Untersuchungen etwa wegen Keimbelastungen von Lebensmitteln weg. Diese Personalengpässe müssten wieder beseitigt werden, forderte der Foodwatch-Geschäftsführer. "Langfristig ist das ein echtes Problem, weil solche Routine-Kontrollen notwendig sind, um lebensmittelbedingte Erkrankungen zu vermeiden - was übrigens gerade während der Corona-Pandemie wichtig ist", sagte Rücker. Nicht nur die Lebensmittelbranche sei "systemrelevant - die Lebensmittelkontrollen sind es auch". So gebe es auch während er Coronakrise Lebensmittelrückrufe, auch wenn diese gegenwärtig weniger wahrgenommen würden. Die Engpässe sind laut Foodwatch Folge von Einsparungen. "Hier fällt den Ländern auf die Füße, dass sie jahrelang bar jeder Vernunft am Personal in den Ämtern und Laboren gespart haben", sagte Rücker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Landesregierungen müssten dringend ein Konzept vorlegen, wie sie die Kontrollen so schnell wie möglich wieder hochfahren wollen, um die Bevölkerung vor zusätzlichen Gesundheitsgefahren zu schützen. 2019 habe die Zahl der Lebensmittelwarnungen mit 198 ein neues Rekordhoch erreicht, berichten die Zeitungen unter Berufung auf Zahlen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

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