Pandemie

Ärztepräsident: Besucher in Schutzkleidung in Altenheime lassen

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Beschäftigter in Schutzanzug im Hanns-Lilje-Heim in Wolfsburg Bild: AFP

Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert zur Lockerung der Isolation von Menschen in Altersheimen während der Corona-Krise, Besuchern den Zugang in Schutzkleidung zu erlauben. Sinnvoll sei eine Schleuse, in der sich Gäste auch desinfizieren müssten.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert zur Lockerung der Isolation von Menschen in Altersheimen während der Corona-Krise, Besuchern den Zugang in Schutzkleidung zu erlauben. Sinnvoll sei eine Schleuse, in der sich Gäste desinfizieren und Schutzkleidung anlegen müssten, sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

Die zusätzlichen Hygienemaßnahmen für Besucher seien jedoch vom Pflegepersonal nicht zu leisten, betonte Reinhardt. Dies sei eine Aufgabe für Freiwilligendienste. Die Kosten solle die öffentliche Hand übernehmen. Besuche in Altenheimen sind derzeit in Deutschland stark eingeschränkt. 

Der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, zeigte sich besorgt über eine zunehmende Vereinsamung älterer Menschen in Pflege- und Altenheimen während der Corona-Krise. In der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch nannte Woelki dies eine "ungeheure Herausforderung" für die Gesellschaft. Kinder und Enkel dürften die alten Leute "nicht vergessen". Sie müssten versuchen, über Internetdienste und Telefon mit ihnen Kontakt zu halten.

Woelki berichtete, dass seine eigene Mutter in einem Heim lebe: "Es tut mir für sie sehr weh, dass sie quasi in einer Quarantäne, in einer Isolation ist." Sogar die Kapelle in dem Heim sei geschlossen worden. Die Menschen müssten sich dort auf ihre Zimmer zurückziehen. Er versuche, jeden Tag mit seiner Mutter zu telefonieren.

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