Thüringen

Erinnerung an NS-Opfer nach Absage von Gedenkveranstaltung in Buchenwald

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  • In POLITIK
  • 8. April 2020, 14:31 Uhr
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Stacheldrahtzaun an der KZ-Gedenkstätte Buchenwald Bild: AFP

Trotz der Absage der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald soll an die zehntausenden Opfer der Nationalsozialisten in dem Lager erinnert werden. In dem Lager starben 56.000 Menschen.

Trotz der Absage der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald soll an die zehntausenden Opfer der Nationalsozialisten in dem Lager erinnert werden. "Ihnen würdigend zu gedenken und das Bewusstsein wach zu halten für die politischen und gesellschaftlichen Gefahren und das Leid, die rechtsradikale Ideologien in welcher Form auch immer heute hervorbringen, bleibt trotz des Virus unsere Aufgabe", erklärte Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau am Mittwoch in Weimar.

Gemeinsam mit politischen Repräsentanten Thüringens und Überlebenden der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora veröffentlicht die Stiftung am Samstag, dem historischen Befreiungstag, eine "Thüringer Erklärung: 75 Jahre danach - Historische Verantwortung wahren - Demokratie und Menschenrechte verteidigen". Unter www.thueringer-erklaerung.de werden auch die Reden insbesondere der Überlebenden, die bei dem geplanten Gedenkakt sprechen wollten, veröffentlicht.

Wegen der Corona-Pandemie war die Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ im Deutschen Nationaltheater in Weimar abgesagt worden. 42 Überlebende aus 14 Ländern hatte ursprünglich ihr Kommen zugesagt.

"Auch wenn es ins Herz schneidet und besonders schmerzt, dass die Begegnung mit den Überlebenden nun nicht stattfinden kann, gibt die durch die Pandemie entstandene Situation jeder und jedem doch die Gelegenheit ein Zeichen zu setzen: Erinnerung und das Eintreten für Mitmenschlichkeit und Demokratie sind nicht an Jahrestage oder herausgehobene Gedenkakte gebunden", erklärte Knigge.

Angedacht ist demnach, die Überlebenden erneut einzuladen und die 76. Jahrestage der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora im April 2021 wegen des Ausfalls in diesem Jahr entsprechend groß zu gestalten. Dies ist laut Knigge "ein wichtiges politisches Zeichen".

Die Gedenkstätte Buchenwald erinnert an die etwa 56.000 Menschen, die dort in der NS-Zeit getötet wurden. Insgesamt kamen mehr als 76.000 Männer, Frauen und Kinder in den Lagern Buchenwald und Mittelbau-Dora durch die Nationalsozialisten zu Tode, mehr als 340.000 Menschen aus ganz Europa wurden in die Lager und ihre Außenlager verschleppt.

Auch andernorts wurden für April geplante Gedenkfeiern wegen der Corona-Krise abgesagt, etwa in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen. Auch dort soll die Gedenkfeier im kommenden Jahr einen entsprechend großen Rahmen bekommen.

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