Nutzfahrzeuge

45 Jahre VW Lasten-Transporter

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mid Groß-Gerau - Deutschland im Jahr 1975: der Transporter "Bulli" (T) bekommt einen starken Bruder, den Lasten-Transporter (LT) Volkswagen

Den guten alten Bulli gibt es schon seit 70 Jahren. Ein Vierteljahrhundert später gesellte sich innerhalb der VW-Familie ein starker Bruder dazu, der Lasten-Transporter, kurz: LT.


Den guten alten Bulli gibt es schon seit 70 Jahren. Ein Vierteljahrhundert später gesellte sich innerhalb der VW-Familie ein starker Bruder dazu, der Lasten-Transporter, kurz: LT. Vor genau 45 Jahren wurde der LT in Berlin präsentiert. Da der Bulli nicht für die ganz großen Lasten vorgesehen war, entwickelte man bei VW ein Modell unterhalb der schweren Lkw, aber oberhalb des VW-Busses zur Ergänzung des Angebotsprogramms: ein Lastentransporter im Segment von 2,8 bis 3,5 Tonnen.

Beim Namen blieben die Niedersachsen sachlich. So wurde aus dem Lasten-Transporter schlicht der Modellname: LT. Im Anhang fand man die Bezeichnungen 28, 30 und 35 für das zulässige Gesamtgewicht von 2,8, 3,0 beziehungsweise. 3,5 Tonnen. Wie schon beim Transporter hörte Volkswagen auch beim LT auf die Wünsche der Kunden, und so gab es den LT gleich zu Beginn in zwei Radständen, zwei Dachvarianten. Lieferbar war das Raumwunder als Kastenwagen, Kombi, Bus, Pritsche, Doppelkabine und als Fahrgestell mit Fahrerhaus.

Bei der Entwicklung wurde zuallererst festgelegt, dass das Verhältnis von der Verkehrs- zur Nutzfläche nochmals besser sein sollte als beim Transporter mit Heckmotor. Dazu konzipierten die Ingenieure von Volkswagen ein Fahrzeug mit der platzsparenden Frontlenker-Bauweise des Transporters und einem Frontmotor, der zwischen Fahrer und Beifahrersitz oberhalb der Vorderachse platziert wurde. Der Antrieb erfolgte weiterhin über die Hinterachse. Ohne den Motor im Heck stand somit der gesamte Laderaum für die Nutzung zur Verfügung.

Stolz war man bei Volkswagen auch auf die, bis dahin bei Nutzfahrzeugen eher vernachlässigte, Ergonomie. Mit Hilfe von Arbeitswissenschaftlern wurde das Fahrerhaus entwickelt. Dank dieser Kooperation wurden zum Beispiel die Bedienelemente nah am Fahrer angeordnet und eine große Frontscheibe sowie extra große Außenspiegel installiert.

Für ein Plus an Fahrkomfort sorgte unter anderem eine Einzelradaufhängung an der Vorderachse wie sie auch viele weitere Jahre nach der Einführung des LT noch nicht Standard in dem Segment war.

Zu Beginn gab es den Volkswagen wahlweise mit einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor aus dem Audi 100 (auf 75 PS gedrosselt und an den Betrieb in einem Nutzfahrzeug angepasst) oder einem 2,7-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor vom englischen Hersteller Perkins mit 48kW/65PS.

Volkswagen ersetzte ihn 1979 durch den ersten eigenen Sechszylinder-Dieselmotor. Der neue 2,4-Liter-Motor leistete im LT zwar nur 8 PS mehr als sein Vorgänger, entwickelte aber deutlich mehr Kraft und lief äußerst sanft - so ruhig, dass sogar Volvo diesen Motor im ersten Sechszylinder-Pkw der Marke einbaute.

Nach 21 Jahren endete 1996 die Ära des kompakten und beliebten Lastentransporters. Wie schon beim Wechsel vom T3 zum T4 wurde auch der Wechsel vom LT1 zum LT2 ein Wechsel in ein moderneres Zeitalter. Der LT2 war das erste neue Fahrzeug, das von der 1995 neugegründeten Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) mit Sitz in Hannover vorgestellt wurde. Die Entwicklung dieser und der nachfolgenden Baureihe erfolgte in Kooperation mit Mercedes-Benz.

Basierend auf dem Grundkonzept des Vorgängers kam 2006 der Crafter auf den Markt. Optisch im Truck-Design und technisch ein komplett neues Fahrzeug. Dies verdeutlichte auch der neue Name. Crafter stand und steht für einen dynamischen Helfer im Arbeitsalltag, für "einen, der mit anpackt".

Zehn Jahre lang wurde der Crafter wieder in den unterschiedlichsten Varianten (Kasten, Kombi, Bus, Pritsche, Doppelkabine und Fahrgestell) produziert. Über 480.000 verkaufte Einheiten sprechen für den Erfolg auch der dritten Generation.

2016 präsentierte Volkswagen Nutzfahrzeuge erstmal den Crafter der zweiten Generation. Ein von Grund auf und wieder in Eigenregie neuentwickeltes Fahrzeug, für das sogar ein eigenes neues Werk im polnischen Wrzesnia gebaut wurde. Mittlerweile befindet sich auch eine Elektro-Version, der e-Crafter, im Sortiment. Bis Ende 2019 wurden vom neuen Crafter bereits fast 260.000 Einheiten produziert.

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