Währungen

Eurogruppen-Chef Centeno hat noch nicht über zweite Amtszeit entschieden

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  • 8. Mai 2020, 19:47 Uhr
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Mário Centeno Bild: AFP

Der portugiesische Finanzminister Mário Centeno hat noch nicht darüber entschieden, ob er sich für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Eurogruppe bewirbt. 'Ich werde meine Entscheidung (...) zu gegebener Zeit treffen und mitteilen', sagte Centeno am Freitag nach einer Video-Konferenz der Euro-Finanzminiser.

Der portugiesische Finanzminister Mário Centeno hat noch nicht darüber entschieden, ob er sich für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Eurogruppe bewirbt. "Ich werde meine Entscheidung (...) zu gegebener Zeit treffen und mitteilen", sagte Centeno am Freitag nach einer Video-Konferenz der Euro-Finanzminiser. Mit der Bewältigung der Folgen der Corona-Krise gebe es derzeit viel Arbeit. "Darauf liegt derzeit mein Fokus."

Centenos erste Amtszeit von zweieinhalb Jahren endet im Juli. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte unter Berufung auf Kreise der Euro-Finanzminister berichtet, der 53-Jährige wolle sich nicht für ein zweites Mandat bewerben. Als Grund für die Amtsmüdigkeit werde die von ihm empfundene hohe Arbeitsbelastung im Job als Minister und Eurogruppen-Chef genannt.

Als Favoritin für die Nachfolge gilt dem Bericht zufolge die spanische Wirtschafts- und Finanzministerin Nadia Calviño. Wegen Vorbehalten in einigen Mitgliedstaaten gegen die Spanierin könne aber auch der luxemburgische Finanzminister Pierre Gramegna ins Rennen gehen, der vor zweieinhalb Jahren Centeno unterlegen war. 

Den Angaben zufolge erwägt aber auch die irische Regierung, ihren Finanzminister Paschal Donohoe antreten zu lassen. Er käme laut "FAZ" aber nur in Frage, wenn sich Calviño und Gramegna gegenseitig blockierten.

In der Eurogruppe kommen monatlich die Finanzminister der 19 EU-Länder mit der Gemeinschaftswährung zusammen. Hauptaufgabe ist eine enge Koordinierung der Wirtschaftspolitik oder wie während der Corona-Pandemie die Krisenreaktion.

Einen ständigen Präsidenten gibt es seit 2005. Vor Centeno gab es zwei Vorsitzende: von 2005 bis 2013 den Luxemburger Jean-Claude Juncker, der später EU-Kommissionspräsident wurde, und von Januar 2013 bis Anfang 2018 den Niederländer Jeroen Dijsselbloem.

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