Finanzen

Glückspielaktien - Coronavirus als Kurstreiber oder Kurskiller?

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@ geralt (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Online Glücksspiele sind beliebter denn je - Das müsste sich das auch in den Kursen widerspiegeln - Wir haben uns die großen Anbieter angeschaut - Hier mehr lesen!

Sind Glücksspiel-Aktien jetzt einen Kauf wert?

Online Glücksspiele sind beliebter denn je. Gerade jetzt, wo viele, ob es ihnen lieb ist oder nicht ist, einen Großteil ihrer Zeit zu Hause verbringen müssen, sind ein paar Runden am Spielautomaten oder beim Online-Roulette eine willkommene Abwechslung. Die Anbieter von Online Casinos haben daher Hochsaison.

Nicht wenige fragen sich deshalb, ob sie nicht vielleicht auch ein paar Aktien von einem der großen Glücksspielunternehmen kaufen sollten. Steigende Umsätze wie bei nordicasino versprechen schließlich auch höhere Gewinne der Unternehmen, was sich auch entsprechend positiv auf die jeweilige Entwicklung des Aktienkurses und auch auf die Dividenden auswirken sollte. Doch ist dem wirklich so?

Wir haben uns einige Beispiele angeschaut, wobei unter anderem wegen struktureller Probleme deutliche Unterschiede in der Entwicklung auffallen, sodass nicht unbedingt von einem allgemeinen Trend nach oben gesprochen werden kann.

GVC Holdings

Das an der Londoner Börse notierte britische Unternehmen GVC Holdings PLC ist Eigentümer und Betreiber von verschiedenen Online-Wett- und -Casinoplattformen und gehört zu den größten Glücksspielunternehmen weltweit.

Zu den bekannteren Marken des Unternehmens gehören zum Beispiel Bwin, Ladbrokes, Sportingbet oder Casino Club. Die Aktie von GVC Holdings konnte in den letzten 12 Monaten, trotz eines zwischenzeitlichen Absturzes wegen des Coronavirus eine beachtliche Performance hinlegen und liegt mit gut 22 % deutlich im Plus.

Das Geschäft und die Finanzen entwickeln trotz oder wegen Corona und lässt somit für 2020 einiges erwarten. Die grundsätzlichen Probleme im Zusammenhang mit dem Brexit und der Unklarheit über die Zukunft der Casinolizenzen in einigen europäischen Ländern bleiben jedoch. Analysten sehen immer noch eine leichte Unterbewertung, weshalb die GVC Aktie derzeit eine gute Ergänzung für das Portfolio sein könnte.

888 Holdings

Beim Aktienkurs der ebenfalls in Großbritannien ansässigen 888 Holdings sieht es dagegen nicht ganz so gut aus. 888 Holdings betreibt eines der größten Poker-Netzwerke sowie verschiedene Online Casino- und Sportwettenplattformen. Die Aktie hat bereits seit 2018 den Rückwärtsgang eingelegt und liegt im 12-Monats-Zeitraum mit 1,4 % knapp im Minus.

Grund sind strukturelle Probleme im Unternehmen, Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Brexit sowie auch hier Unsicherheiten hinsichtlich der Lizenzen in den unterschiedlichen Märkten. Experten sehen jedoch eine starke Unterbewertung bei der 888 Aktie. Geduldige Anleger können sich also durchaus Hoffnungen machen, dass der tatsächliche Kurs sich irgendwann dem inneren Wert der Aktie nach oben annähert.

bet-at-home

Die Aktie des in Deutschland gegründeten und mittlerweile in Malta sitzenden Sportwetten- und Casinoanbieters bet-at-home hat schwächelt schon seit mehreren Jahren. Der Druck der Konkurrenz bei Sportwetten durch die großen Anbieter wie bet365, bwin oder Sportingbet, die ihren Kunden einfach die bessere Wettauswahl und zusätzlich auch Live-Streams bieten, aber auch anderer innovativer neuer Marktteilnehmer ist einfach zu groß, als dass bet-at-home wesentliche Marktanteile gewinnen kann.

Das Casinogeschäft plätschert zudem ein wenig unter ferner liefen dahin. Hinzu kamen zuletzt Probleme mit dem Finanzamt wegen nicht abgeführter Steuern in Höhe von 11,5 Mio. €. Eine solche Konzeptions- und Innovationslosigkeit beruhend auf Managementfehlern wird an der Börse abgestraft. So liegt die Aktie im 12-Monatszeitraum auch mit knapp 45 % im Minus.

Einziger Lichtblick sind derzeit die erwartete Dividende von um die 4 € und die Unterbewertung, die dem Aktienkurs von bet-at-home Potenzial für eine positive Entwicklung verleihen.

betsson

Der Aktie der schwedischen Betsson AB, ebenfalls ein Sportwetten- und Casinoanbieter konnte die Coronakrise nichts anhaben. Der Aktienkurs des schwedischen Unternehmens konnte in den letzten drei Monaten um gut 33 % zulegen. Im 12-Monats-Zeitraum liegt man allerdings immer noch mit etwa 26% im Minus. Hoffnung machen jedoch die zuletzt veröffentlichen Quartalszahlen.

Der Umsatz lag im 1.Quartal mit 1,42 Milliarden Sek deutlich über dem den Vorjahresquartals, was der Aktie auch einen kräftigen Auftrieb aus dem Coronatief bescherte. Der Kurs war in der allgemeinen Panik auf ein historisches Minus von 2,27 SEK gerissen worden. Heute hat sich der Kurs der Betsson-Aktie bei deutlich über 5 SEK stabilisiert und angesichts der guten geschäftlichen Entwicklung deutlich Luft nach oben.

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