Lebensmittel

Unionsfraktionschef Brinkhaus will Werkverträge in Fleischindustrie einschränken

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CDU und CSU wollen den Gebrauch von Werkverträgen in der Fleischindustrie nach den jüngst bekannt gewordenen Missständen beschränken. Die Regierung müsse "sehr ernsthaft daran arbeiten, wie wir das Konstrukt der Werkverträge zielgenau für die Fleischindustrie einschränken können", sagte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) der "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe). Die Zustände in Teilen der Fleischindustrie seien nicht erst seit der Corona-Pandemie "unhaltbar". Hier müsse sich "dringend etwas ändern".

Das Corona-Kabinett berät am Mittwoch über die Missstände in der Fleischindustrie und strenge Arbeitsschutzregeln für die Branche. Das Thema sollte eigentlich schon am Montag besprochen werden, die Union habe aber noch Gesprächsbedarf gehabt, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Seine Vorschläge lägen auf dem Tisch. Heil will Berichten zufolge Werkverträge in Schlachthöfen weitgehend gesetzlich verbieten. 

In mehreren Schlachtbetrieben Deutschlands hat es in den vergangenen Tagen Corona-Ausbrüche gegeben, zuletzt in einem Betrieb in Niedersachsen. Heil will am Dienstag mit der rumänischen Arbeitsministerin Violeta Alexandru sprechen. Viele Beschäftigte in der Fleischindustrie und viele Erntehelfer kommen aus Rumänien und Bulgarien. Durch Werkverträge können die Unternehmen die Verantwortung für schlechte Arbeitsbedingungen und Massenunterbringung von sich weisen.

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