Fahrbericht

Sportlicher Sparmeister mit Supersitzen

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mid Groß-Gerau - Unter der Astra-Haube stecken ausschließlich Dreizylinder-Motoren. Fiola Kammerer

Der Opel Astra hat jetzt das Zeug zum Streber. Mit einer Spitzen-Windschlüpfrigkeit und den kleinsten Motoren seiner immerhin schon 83 Jahre währenden Geschichte wird der Kadett-Nachfolger zum Klassenprimus in Sachen Verbrauch und Sauberkeit.


Der Opel Astra hat jetzt das Zeug zum Streber. Mit einer Spitzen-Windschlüpfrigkeit und den kleinsten Motoren seiner immerhin schon 83 Jahre währenden Geschichte wird der Kadett-Nachfolger zum Klassenprimus in Sachen Verbrauch und Sauberkeit. Schon jetzt erfüllt er die erst ab 2021 geltende Norm Euro-6-d. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat die Talente des Kompakten aus Rüsselsheim auf die Probe gestellt.

Optisch auffälligstes Merkmal des nach vier Jahren Bauzeit im letzten Jahr aufgefrischten Astra ist die schlanke Chromspange im Kühlergrill, die in Insignia-Manier die volle Breite des Lufteinlasses überspannt und in die Scheinwerfer ausläuft. Standard bleibt Halogenlicht, neben den Matrix-LED-Scheinwerfern bietet Opel jetzt auch "einfaches" LED-Licht an, was der Lichtmaschine weniger abverlangt. Auch ein positiver Effekt für den Verbrauch. Wenn auch ein minimaler.

Mehr bringt da schon der Zuschnitt der Figur. Zur Verbesserung der Aerodynamik haben die Opel-Ingenieure alle kritischen Stellen vor und unter dem Auto, im Motorraum und an den hinteren Achsen im Windkanal optimiert. Ergebnis: Der 4,37 Meter lange Astra-Fünftürer führt mit einem cw-Wert von 0,26 die Klasse der Kompakten an. Eine ausgeklügelte Kühltechnik mit einer elektronischen Steuerung hinter dem Frontgrill reguliert anhand von Temperatur- und Geschwindigkeitsparametern automatisch den Luftstrom und sorgt immer für perfektes Betriebsklima.

Unter der Haube setzt Opel beim Astra ausschließlich auf Dreizylinder aus eigener Entwicklung, die noch zu GM-Zeiten begonnen hatte. Erst die kommende zwölfte Astra-Generation wird komplett auf PSA-Technik basieren. Jetzt ist für die Turbobenziner 1,2 Liter die Maßzahl für den Hubraum. Aus ihm können 110 PS für das Basismodell geholt werden, die Stufe zwei sind dann 130 PS und als Top of the Line 145 PS. Für alle drei Varianten sind sechs Gänge und manuelle Schaltung Standard. Auch die beiden 1,5 Liter Diesel sind Dreizylinder mit 105 PS und 122 PS; den großen Selbstzünder bestückt Opel mit einer Neungang-Wandlerautomatik. Für die Fans stufenloser Getriebe bietet Opel den 145 PS Benziner auch mit einem CVT-Getriebe an, dann aber kommt die Kraft aus einem 1,4 Liter starken Dreizylinder.

Der Astra mit dem 130 PS-Dreizylinder Benziner und dem leichtgängigen Sechsganggetriebe ist auch mit dem straffen, aber nie unkomfortablen Sportfahrwerk ein kultivierter Begleiter in fast allen Lebenslagen. Die bei ungerader Zylinderzahl auftretenden Motorschwingungen besänftigen die Rüsselsheimer aktiv mit Ausgleichswellen, was bleibt, ist ein rauer Unterton. Wer gemütlich über die Landstraße cruisen möchte, für den gleitet der Fünftürer bei knapp über 1000 U/min entschleunigt über die Landstraßen. Wer es lieber sportlich mag, der bringt den 1,3 Tonnen schweren Rüsselsheimer in 9,9 Sekunden auf Tempo 215 km/h. Der Verbrauch pendelt sich je nach Fahrweise bei ambitionierten Aktionen bei überraschend wenigen 6 Litern ein, bei äußerst zurückhaltendem Druck auf das Gaspedal waren auch mal unter 5 Liter drin.

Im zweckmäßig verarbeiteten Innenraum verbaut Opel jetzt die schicken Infotainment-Instrumente aus dem Insignia. In der Ausstattungslinie GS Line des Testwagens zieht auf Wunsch gegen einen Aufpreis von 800 Euro ein 8 Zoll-Touchscreen (7 Zoll ab Werk) mit Sprachsteuerung, digitalem Radioempfang sowie die "Connected Navigations-Services" mit Echtzeit-Verkehrs-Infos und der Anzeige von Parkplätzen und Kraftstoffpreisen ein.

Die besonders gut ausgeformten und für längere Touren sehr angenehmen ergonomischen AGR-Sitze sind in der Ausstattungslinie GS Line immer dabei, ebenso wie ein Spur- und Spurhalteassistent, automatische Gefahrenbremsung und ein Frontkollisionswarner, der auch Fußgänger erkennt und bremst, wenn Gefahr im Verzug ist.

Der Einstiegspreis für den Astra Fünftürer liegt bei 19.900 Euro. Die GS-Line startet bei 24.670 Euro. Wenn man dem Ankreuzen zusätzlicher Annehmlichkeiten wie zum Beispiel Premium-Ledersitzen oder dem Bose-Sound-System mit vorzüglichem Klang nicht widerstehen kann, schraubt sich der Preis locker auf über 33. 000 Euro hoch. Auch hier strebt der Astra nach Höherem.

Solveig Grewe / mid

Technische Daten Opel Astra Fünftürer GS-Line:

- L x B x H : 4,37/1,87/1,48
- Motor: Dreizylinder
- Hubraum: 1.199 ccm
- Leistung : 96 kW/130 PS
- max. Drehmoment : 225 Nm bei 2.000-3.500 U/ min
- manuelles Sechsganggetriebe
- 0 bis 100 km/h : 9,9 Sekunden
- Spitze: 215 km/h
- Normverbrauch: 5,3 l/100 km (WLTP)
- CO2-Emissionen: 122 g/km
- Preis: ab 24.670 Euro

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