Luftfahrt

Lufthansa rechnet erst in mehreren Jahren mit Normalisierung ihres Angebots

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Maschinen der Lufthansa auf dem Flughafen München Bild: AFP

Die Lufthansa erwartet erst in mehreren Jahren eine Normalisierung des Flugverkehrs und wird lange Zeit nur einen Bruchteil ihrer Flüge anbieten. Im kommenden Jahr etwa würden noch 300 der 763 Maschinen am Boden bleiben, im Jahr 2022 noch 200.

Die Lufthansa erwartet erst in mehreren Jahren eine Normalisierung des Flugverkehrs und wird lange Zeit nur einen Bruchteil ihrer Flüge anbieten. Im kommenden Jahr etwa würden noch 300 der 763 Maschinen am Boden bleiben, im Jahr 2022 voraussichtlich noch 200, teilte die Airline am Mittwoch mit. Im ersten Quartal 2020 machte die Lufthansa ein Minus von 2,1 Milliarden Euro. 

Die Nachfrage nach Flügen werde "noch über Jahre unter dem Vorkrisenniveau liegen", erklärte die Fluggesellschaft. Erst im Jahr 2023 erwartet die Lufthansa die "Beendigung der Krise" - aber immer noch eine um 100 Flugzeuge kleinere Flotte.

"Angesichts der absehbar nur sehr langsam verlaufenden Erholung der Nachfrage müssen wir nun mit tiefgreifenden Restrukturierungen gegensteuern", kündigte Konzernchef Carsten Spohr an. Im Mai hatte die Lufthansa nur drei Prozent der ursprünglich geplanten Flüge angeboten. Seit Anfang Juni hat sie ihr Angebot wieder ausgeweitet und fliegt unter anderem wieder Urlaubsziele in Europa an. Im September soll die Kapazität 40 Prozent erreichen.

Dass die Airline wegen der Corona-Krise in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund ein Viertel weniger Passagiere und 15 Prozent weniger Fracht beförderte als im Vorjahresquartal, hinterließ deutliche Spuren: Die Pandemie habe das Quartalsergebnis "in einer bisher noch nie dagewesenen Dimension belastet", erklärte die Lufthansa. Sie verlor 2,11 Milliarden Euro und damit mehr als sechsmal so viel Geld wie von Januar bis März 2019.

Neben dem weltweit eingebrochenen Luftverkehr hätten dazu auch "krisenbedingte Wertminderungen" und Verluste aus Treibstoffkostenabsicherungen in Höhe von 950 Millionen Euro beigetragen. Der Konzernumsatz sank im ersten Quartal um 18 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro.

Obwohl die Lufthansa nach eigenen Angaben durch "die Verschiebung oder Streichung geplanter Projekte" und Wartungsarbeiten sowie Kurzarbeit für mehr als die Hälfte ihrer Mitarbeiter ihre Fixkosten um ein Drittel senkte, zehrt die Krise an ihren Kapitalreserven. Noch ausstehende Ticketerstattungen würden den Konzern auf absehbare Zeit zusätzlich belasten, warnte der Konzern.

Die Airline bekommt eine umfangreiche Unterstützung von der Bundesregierung. Das Rettungspaket umfasst neun Milliarden Euro. Dafür muss die Lufthansa auf Druck der EU-Kommission Start- und Landerechte abgeben. Die Aktionäre müssen dieser Vereinbarung noch zustimmen.

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