Portugal

Portugiesische Fluglinie TAP wird wieder verstaatlicht

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TAP-Maschinen am Flughafen von Lissabon Bild: AFP

Portugals Fluglinie TAP wird wieder verstaatlicht. Die Regierung investiert 55 Millionen Euro in die durch die Corona-Krise schwer angeschlagene Airline und stockt damit ihre Anteile auf 72,5 Prozent auf. TAP war erst 2015 teilprivatisiert worden.

Die portugiesische Fluggesellschaft TAP wird wieder verstaatlicht. Die Regierung in Lissabon teilte am Donnerstag mit, dass sie 55 Millionen Euro in die durch die Corona-Krise schwer angeschlagene Airline investieren werde. Der Anteil des Staates an dem Unternehmen steigt damit von derzeit 50 auf 72,5 Prozent. TAP war erst vor fünf Jahren teilprivatisiert worden.

Die Regierung habe interveniert, um den "Kollaps" der Fluglinie zu verhindern, erklärte Finanzminister João Leão. TAP sei von "enormer strategischer Bedeutung für das Land". Die Airline spielt eine Schlüsselrolle in dem für Portugal wichtigen Tourismussektor. Nach Regierungsangaben kommen fast 90 Prozent der ausländischen Touristen mit dem Flugzeug ins Land - und von diesen Flugreisenden die Hälfte mit TAP.

Zur Rettung des Unternehmens erzielte die Regierung nach langen Verhandlungen eine Vereinbarung mit dem bisher größten TAP-Aktionär, dem US-Geschäftsmann David Neeleman. Dieser willigte ein, seine Anteile zu verkaufen. Neeleman und sein portugiesischer Partner Humberto Pedrosa hielten bislang rund 45 Prozent der TAP-Aktien. Pedrosa wird etwa 22 Prozent behalten. Rund fünf Prozent der Anteile werden weiterhin die TAP-Beschäftigten halten.

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