Gesundheit

GKV erwartet "großen Schub" durch Spahns Digitalisierungsgesetz

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Blick vom Zahnarzt-Patientenstuhldts

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Bonn - Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat das Patientendatengesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßt, das am Freitag vom Bundestag verabschiedet werden soll. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen werde einen "großen Schub" bekommen, sagte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, dem "Handelsblatt".

Vor allem durch die geplante elektronische Patientenakte werde die Digitalisierung für die Versicherten greifbar. "Das ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Patientensouveränität und der Patientenversorgung." Spahn hatte die Krankenkassen bereits verpflichtet, ihren Versicherten ab 2021 eine Digitalakte anzubieten, in der diese ihre Gesundheitsdaten speichern können. Nun wird geregelt, wie aus der reinen Akte eine Anwendung werden kann, die Patient und Arzt wirklich weiterhilft.

Zum Start können medizinische Befunde, Arztberichte oder Röntgenbilder gespeichert werden. Ab 2022 sollen dann Impfausweis, Mutterpass, Untersuchungsheft und Zahn-Bonusheft folgen. Das Gesetz schafft auch die Grundlage für die Einführung eines bundesweit einheitlichen digitales Rezepts ab Juli 2021. Spahns Gesetzentwurf schätzt die Kosten für die GKV auf mehr als 450 Millionen Euro. Dass sich unter den Mehrausgaben auch finanzielle Anreize für Ärzte etwa zur Nutzung der elektronischen Patientenakte befinden, kann GKV-Chefin Pfeiffer nicht verstehen: "Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Beitragszahlenden der gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet werden, für Ärzte und Krankenhäuser den Übergang ins digitale Zeitalter zu finanzieren."


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