Industrie

Industrieproduktion erholt sich im Mai auf niedrigem Niveau

img
Gabelstapler in Troisdorf Bild: AFP

Die deutsche Industrieproduktion hat sich im Mai im Vergleich zum April wieder erholt - liegt aber noch immer deutlich unterhalb des Niveaus, das sie vor der Corona-Krise hatte.

Für die deutsche Industrieproduktion geht es wieder aufwärts - doch das Niveau von vor der Corona-Krise bleibt in weiter Ferne. Im Mai legte die Produktion im produzierenden Gewerbe laut Statistischem Bundesamt um 7,8 Prozent im Vergleich zum April zu. Jedoch lag der Wert um fast ein Fünftel (19,3 Prozent) unter dem von Mai 2019. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht zumindest des Tiefpunkt der Entwicklung überwunden.

Das Statistische Bundesamt zog am Dienstag auch den Vergleich zum Februar 2020 - dem Monat vor Beginn der Einschränkungen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie. Demnach lag der Mai-Wert um 19,0 Prozent unter dem vom Februar.

Besonders dramatisch ist die Entwicklung in der Automobilindustrie. Zwar gab es hier laut Statistischem Bundesamt im Mai eine Aufwärtsentwicklung im Vergleich zum sehr niedrigen Produktionswert im April. Jedoch fiel die Produktion immer noch knapp 50 Prozent niedriger aus als im Februar.

"Die Industrieproduktion dürfte ihren Tiefpunkt überwunden haben", kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die Zahlen insgesamt. Trotz der Erholung im Mai blieben die Kapazitäten aber "deutlich unterausgelastet". Ein Plus bei den Auftragseingängen deute auf eine weiter anziehende Produktion in den kommenden Monaten hin. "Allerdings bleibt vor allem die Entwicklung der Auslandsnachfrage ein Risiko für die weitere Erholung", hieß es weiter vom Ministerium.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zeigte sich wenig optimistisch. Die Fließbänder liefen nur langsam wieder an und wegen Produktions- und Krankheitsausfällen "fehlen wichtige Zulieferteile für die wieder geöffnete Industrie in Deutschland", erklärte DIHK-Experte Kevin Heidenreich. "Hinzu kommt eine geringere Nachfrage, die die Produktion frühestens im nächsten Jahr wieder auf Vor-Corona-Niveau heben könnte."

Heidenreich verwies auch auf eine "Blitzumfrage" des DIHK unter seinen Mitgliedern. Demnach rechne die Hälfte der Unternehmen in Deutschland erst 2021 oder sogar noch später mit einer Rückkehr zur Normalität. 

Laut einer Erhebung des Münchner Ifo-Instituts hat sich die Stimmung bei den Unternehmen zuletzt zumindest aufgehellt. Das Ergebnis der regelmäßigen Umfrage habe sich im Juni das zweite Mal in Folge verbessert, teilte das Institut am Dienstag mit. Der "Ifo-Produktionsindikator" stieg demnach auf plus 4,3 Punkte, nach minus 19,5 im Mai. Erstmals seit drei Monaten überwiege damit wieder der Anteil an Unternehmen, die ihre Produktion ausweiten wollen. 

STARTSEITE