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Bundesregierung setzt Kommission zur Zukunft der Landwirtschaft ein

  • AFP
  • In UMWELT
  • 8. Juli 2020, 13:25 Uhr
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Schwein in einem Stall in Dortmund Bild: AFP

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch eine 'Zukunftskommission Landwirtschaft' eingesetzt, um wirtschaftliche Interessen besser mit ökologischen und sozialen Belangen in Einklang zu bringen.

Die Bundesregierung bringt Landwirte, Verbrauchervertreter und Umweltschützer an einen Tisch: Das Kabinett setzte am Mittwoch die sogenannte "Zukunftskommission Landwirtschaft" ein, die Landwirtschaft besser mit ökologischen und sozialen Interessen in Einklang bringen soll. 31 Vertreter aus Landwirtschaft und Handel, Wissenschaft, Verbraucherschutz sowie von Tier- und Umweltschutzverbänden sollen laut den Bundesministerien für Umwelt und Landwirtschaft über Zukunftsfragen im Agrarsektor beraten.

Im Herbst soll die Kommission demnach einen Zwischenbericht mit ersten Empfehlungen abgeben. Der Abschlussbericht soll laut Landwirtschaftsministerium mit der Auflösung des Gremiums im Sommer 2021 vorliegen. Es gelte, die "Zielkonflikte" zwischen "einer wirtschaftlich tragfähigen Lebensmittelproduktion" und Umweltschutz sowie zwischen Preisbewusstsein und steigenden Verbrauchererwartungen aufzulösen, erklärte das Ministerium.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erhoffte sich insbesondere "starke Impulse" für mehr Tierwohl. Sie verwies unter anderem auf den jüngst erarbeiteten Kompromiss zu Stallumbauten in der Sauenzucht mit einer aus ihrer Sicht zu langen Übergangszeit von acht Jahren.

Die Probleme in der Landwirtschaft seien bekannt, "was fehlt, ist politisches Handeln", erklärte der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Olaf Bandt, der der Kommission angehört. "Die Regierung Merkel muss noch vor der Bundestagswahl 2021 vorlegen, wie die Landwirtschaft im Jahr 2040 aussehen soll", forderte Bandt.

Christoph Heinrich, Vorstandsmitglied bei WWF Deutschland und ebenfalls Mitglied des neuen Gremiums, äußerte sich vor dem Start der Beratungen optimistisch: "Der Erhalt regional verankerter Landwirtschaft in Deutschland mit echten wirtschaftlichen Perspektiven steht nicht im Gegensatz zu Umweltschutzzielen."

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