Brennpunkte

Schlüsselzeuge von Trumps Ukraine-Affäre quittiert Armeedienst

img
Der US-Offizier Alexander Vindman Bild: AFP

Der US-Offizier Alexander Vindman, einer der Schlüsselzeuge in der Ukraine-Affäre rund um Präsident Donald Trump, hat seinen Dienst in der Armee quittiert. Der Oberstleutnant sei einer Mobbing-Kampagne ausgesetzt gewesen, erklärte sein Anwalt.

Der US-Offizier Alexander Vindman, einer der Schlüsselzeuge in der Ukraine-Affäre rund um Präsident Donald Trump, hat seinen Dienst in der Armee quittiert. Der 45-jährige Oberstleutnant sei einer Kampagne aus "Mobbing, Einschüchterung und Vergeltung" ausgesetzt gewesen, erklärte Vindmans Anwalt David Pressman. Sein Mandant habe sich zum Ausscheiden aus der Armee entschlossen, nachdem ihm klargemacht worden sei, dass er nicht mit einer Beförderung zum Oberst rechnen könne.      

Vindmans Patriotismus habe ihm "seine Karriere gekostet", unterstrich Pressman. Der Offizier hatte bereit Anfang Februar seinen Posten im Nationalen Sicherheitsrat im Weißen Haus verloren. Seinen Rauswurf begründete Trump damals damit, dass Vindman sehr "ungehorsam" gewesen sei und Falschaussagen gemacht habe. 

Vindman hatte im vergangenen Jahr ein Telefonat zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mitgehört, das Auslöser der Ukraine-Affäre war. In dem Gespräch hatte Trump den ukrainischen Kollegen bedrängt, Korruptionsermittlungen gegen seinen voraussichtlichen Rivalen bei der US-Präsidentschaftswahl, Joe Biden, und dessen Sohn einzuleiten. 

Wegen der Affäre brachten die oppositionellen Demokraten ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump auf den Weg, in dem Vindman aussagte. Er gab zu Protokoll, dass er das Telefonat des Präsidenten als "unangemessen" empfunden und seine Bedenken dem Anwalt des Sicherheitsrats mitgeteilt habe.

Anfang Februar sprach der von Trumps Republikaner dominierte Senat jedoch den Präsidenten im Amtsenthebungsverfahren frei. Nur zwei Tage danach wurde Vindman aus dem Sicherheitsrat entlassen.

STARTSEITE