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Alstom macht Zugeständnisse zur Übernahme von deutscher Bombardier-Sparte

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Logos von Alstom und Bombardier Bild: AFP

Der französische Alstom-Konzern will die Bahnsparte des kanadischen Unternehmens Bombardier für 5,8 bis 6,2 Milliarden Euro übernehmen. In Deutschland arbeiten rund 6800 Menschen für Bombardier Transportation mit Hauptsitz in Berlin.

Der französische Zughersteller Alstom will die in Deutschland ansässige Bahnsparte des kanadischen Konkurrenten Bombardier übernehmen - und ist dabei zu Zugeständnissen an die Brüsseler Wettbewerbshüter bereit. Unter anderem will Alstom einen Teil der Produktion im Bombardier-Werk in Hennigsdorf bei Berlin abstoßen, wie der Konzern am Donnerstag in Paris ankündigte. Die IG Metall forderte eine Sicherung der Arbeitsplätze.

In Deutschland wie in Österreich will Alstom demnach die Bombardier-Triebzugsparte "Talent 3" verkaufen. Zudem soll die Produktion von Regionalzügen in Frankreich ausgelagert werden, was auch ein Werk in Reichshoffen im Elsass betrifft. Damit reagiert Alstom nach Angaben vom Donnerstag auf "anfängliche Sorgen der EU-Kommission", die den Milliardendeal bis zum 16. Juli einer ersten Prüfung unterzieht. 

Alstom als Hersteller der französischen TGV-Hochgeschwindigkeitszüge will die Bahnsparte von Bombardier vollständig übernehmen, die wichtigster Zulieferer der Deutschen Bahn ist. Dafür wurde ein Kaufpreis von 5,8 bis 6,2 Milliarden Euro vereinbart.

Die IG Metall forderte erneut eine "langfristige Standort- und Beschäftigungssicherung für Bombardier", wie Vorstandsmitglied Jürgen Kerner der "Wirtschaftswoche" sagte. Bombardier Transportation beschäftigt rund 6800 Menschen in Deutschland und mehr als 40.000 weltweit. 

Neben dem Hauptsitz in Berlin hat die Bombardier-Bahnsparte Werke an sieben deutschen Standorten: Bautzen, Görlitz, Braunschweig, Kassel, Mannheim, Hennigsdorf und Siegen. 

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