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Wie junge Fachkräfte finanziell fürs Alter vorsorgen können.

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Die wachsende Lücke, die die gesetzliche Rente hinterlässt, müssen Berufstätige schon früh durch eine solide private Altersvorsorge schließen. @ Raten-Kauf (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Diese Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es.

Wer als qualifizierte Fachkraft nach einem langen Ausbildungsweg im Berufsleben angekommen ist, denkt selten bereits an die Rente. Dabei ist es heute wichtiger denn je, schon früh die Weichen für eine solide Absicherung für das Alter zu stellen. Die gesetzliche Rente reicht für viele Berufsgruppen nicht mehr aus, um sorgenfrei in die Zukunft blicken zu können. Wer sich auch im Rentenalter seinen Lebensstandard erhalten und finanzielle Sorgen beiseitelassen möchte, sollte sich schon mit dem Berufseintritt über die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge informieren und die eigene Zukunft auch langfristig auf eine solide Basis stellen.

Der Generationenvertrag und seine Bedeutung für die gesetzliche Rente

In Politik und Wirtschaft ist häufig vom Generationenvertrag die Rede, wenn es um Themen wie die gesetzliche Altersvorsorge geht. Der Generationenvertrag ist Herzstück und Grundlage der gesetzlichen Rentenversicherung. Er basiert darauf, dass die derzeit erwerbstätige Generation durch Steuern und Abgaben auf ihre Einkünfte für die Renten der bereits aus dem aktiven Berufsleben ausgeschiedenen Generation aufkommt und diese zu großen Teilen möglich macht. Gleichzeitig generiert die erwerbstätige Generation dadurch selbst Ansprüche auf eine gesetzliche Rente nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben. Finanziert wird diese Versorgung durch den Staat wiederum von der nachfolgenden Generation, sobald diese ins Berufsleben eintritt.

Der Generationenvertrag war viele Jahre ein sinnvolles Konzept. Inzwischen hat ihn allerdings das zunehmende Alter, das die meisten Menschen erreichen, aus dem Gleichgewicht gebracht. Im Jahr 2050 wird jeder dritte Deutsche älter als 60 Jahre sein, wie der Versicherungsexperte CLARK unter Berufung auf das Institut der deutschen Wirtschaft berichtet. Im Jahr 2001 war nur etwa ein Viertel der Bevölkerung so alt. Für die gesetzliche Rente heißt das: Im Jahr 2018 kamen auf fünf Beitragszahler drei Rentner. 2030 wird das Verhältnis jedoch 1:1 sein.

Diese demografische Verschiebung beeinflusst das Rentenniveau und lässt die Höhe der gesetzlichen Bezüge, die Ruheständler zu erwarten haben, seit Jahren stark sinken. Die Folge kann Altersarmut sein, die vor allem Frauen trifft, die zugunsten der Familie für einige Jahre beruflich kürzer getreten sind und deshalb niedrigere Rentenanwartschaften erworben haben. Bund und Länder arbeiten gemeinsam daran, die Problematik der Altersarmut in den Griff zu bekommen und haben in der Vergangenheit schon mehrmals das Rentenniveau künstliche angehoben.

Zuletzt wurde für den 01. Juli 2020 eine Erhöhung der Bezüge für Ruheständler beschlossen. Um 3,45 Prozent sollen die Renten ab dem Stichtag in Westdeutschland steigen. In Ostdeutschland sind es sogar 4,50 Prozent. Diese Maßnahmen werden aber im Hinblick auf Inflation und steigende Lebenshaltungskosten nicht ausreichen, um im Alter den gewünschten Lebensstandard halten zu können. Hier muss eine private Altersvorsorge die Lücke schließen, die der Generationenvertrag zunehmend hinterlässt.

Das Drei-Schichten-Modell der Altersvorsorge

Seit 2005 gilt in Deutschland das so genannte Drei-Schichten-Modell für die Altersvorsorge. Dazu gehört die Basisversorgung in Form der gesetzlichen Rentenversicherung, der landwirtschaftlichen Rentenversicherung, der Beamtenpensionskassen und der berufsständischen Versorgungswerke.

Ergänzt wird die Basisversorgung durch staatlich geförderte Altersvorsorgemodelle. Dazu gehören vor allem die betriebliche Altersvorsorge und die im Jahr 2002 eingeführte Riester-Rente, bei der eigene Beiträge ebenfalls durch einen staatlichen Zuschuss ergänzt werden.

Die dritte Schicht der Altersvorsorge sind private Vorsorgepläne, die nicht staatlich unterstützt werden. Häufig gewählte Varianten sind private Rentenversicherungen, Fondsparpläne und Lebensversicherungen. Der Vorteil privater Altersvorsorgekonzept liegt darin, dass steuerlich nur die Erträge daraus Berücksichtigung finden. Das bedeutet, dass private Anleger im Rentenalter einen steuerlichen Vorteil aus privaten Vorsorgeplänen ziehen können.

Gut beraten: So finden junge Fachkräfte die richtige Altersvorsorge

Mit der wachsenden Bedeutung einer privaten Altersvorsorge ist auch das Angebot an möglichen Finanzkonzepten gestiegen. Wenn junge Fachkräfte schon früh die Weichen für eine solide Absicherung im Alter stellen möchten, stehen sie zunächst vor einer großen Vielfalt an Möglichkeiten. Nicht jede Vorsorgevariante ist gleichermaßen rentabel. Es gibt große Unterschiede im Hinblick auf zu erwartende Leistungen, finanzielle Risiken und die Möglichkeiten zur flexiblen Anpassung der gewählten Variante. Um das passende Konzept für die eigene private Altersvorsorge zu erarbeiten, sollten Berufstätige eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Hierzu gibt es verschiedene Angebot.

Das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen

Die betriebliche Altersvorsorge ist für junge Fachkräfte ein sinnvoller Baustein für einen sorgenfreien Ruhestand. Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge wird ein Teil des Gehaltes vor Abzug der Steuern in einen privaten Altersvorsorgeplan umgewandelt. In den meisten Fällen werden die abgeführten Beiträge in Fondssparpläne investiert.

Jeder Arbeitnehmer, der in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert ist, hat einen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge (bAV). Seit 2019 wurde zusätzlich für alle Neuverträge ein verpflichtender Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 Prozent festgelegt. Ab dem Jahr 2022 überträgt sich der Pflichtanteil für Arbeitgeber auch für bestehende Verträge, die vor 2019 abgeschlossen wurden. Häufig sieht die Unternehmenspolitik auch darüberhinausgehende Zuwendungen des Arbeitgebers im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge vor.

Junge Fachkräfte sollten deshalb frühzeitig das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen und sich darüber informieren, welche Möglichkeiten ihnen im Rahmen der bAV im Unternehmen offenstehen.

Die Beratung der Verbraucherzentralen

Eine gute erste Anlaufstelle zum Thema private Altersvorsorge sind auch die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen. Sie ermitteln gemeinsam mit jungen Berufstätigen ihre Versorgungslücke im Alltag und informieren über sinnvolle Möglichkeiten, um diese Lücke durch private Vorsorgekonzepte zu schließen. Sie ermitteln beispielsweise gemeinsam mit den Kunden, ob eine private Rentenversicherung sinnvoll ist und in welcher Form sie abgeschlossen werden sollte.

Die Fachberater der Verbraucherzentralen informieren auch zur optimalen Ausschöpfung der staatlichen Förderung im Rahmen einer Riester-Rente und der möglichen Doppelprovision für Riesterverträge. Außerdem können bestehende Verträge zu Lebensversicherungen vom Experten überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Die Beratung der Deutschen Rentenversicherung

Auch die gesetzliche Rentenversicherung bietet Bürgern ein umfangreiches Beratungsangebot zum Thema private Altersvorsorge. Wer sich für eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rente interessiert, kann das vielfältige Internetangebot der Deutschen Rentenversicherung in Anspruch nehmen oder einen persönlichen Beratungstermin vereinbaren. Die Berater können die persönliche Versorgungslage erörtern und gemeinsam mit jungen Berufstätigen die passenden Konzepte für eine zusätzliche private Altersvorsorge entwickeln.

Banken und Versicherungen

Auch Banken und Versicherungen beraten umfangreich zu möglichen Altersvorsorgekonzepten. Wer bereits einen persönlichen Finanzberater hat, sollte auch mit ihm das Gespräch suchen und Möglichkeiten zur privaten Altersvorsorge erörtern.

Hier ist es allerdings wichtig, dass die Beratung unabhängig und neutral erfolgt und die Berater nicht an die Produkte einer bestimmten Versicherung oder eines einzelnen Finanzdienstleisters gebunden sind. Die Verbraucherzentralen sind auch hier wieder eine gute Anlaufstelle für eine unabhängige Beratung zu Versicherungen und Finanzdienstleistern.

Empfehlenswert ist auch der Kontakt zum Bundesverband der Versicherungsberater e.V. Dort werden Privatpersonen und Unternehmen ebenso beraten wie Selbstständige und Freiberufler. Der Verband kann den Kontakt zu einem unabhängigen Berater vor Ort herstellen, der neutral und ohne Vermittlungsabsicht in allen Fragen zu Versicherungen und Vorsorgekonzepten berät. Die Beratung über den Bundesverband der Versicherungsberater ist in der Regel kostenpflichtig oder kann über eine Mitgliedschaft in Anspruch genommen werden. Das Gespräch bietet allerdings eine hervorragende und vor allem neutrale Grundlage für weiterführende Kontakte mit Versicherern und Finanzdienstleistern.

Die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge für junge Fachkräfte sind vielfältig. Wer schon mit dem Einstieg in das Berufsleben das passende Konzept wählt, schafft sich schon mit kleinen wirtschaftlichem Einsatz langfristig eine rentable Perspektive.

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