Bildung

Intensivpädagoge: Klassen sollten von einem Lehrer betreut werden

  • dts
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  • 11. August 2020, 07:16 Uhr
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Stühle im Flur einer Schuledts

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Düsseldorf - Der Intensiv-Pädagoge Menno Baumann hat ein neues Konzept für den Präsenz-Unterricht in Corona-Zeiten vorgeschlagen. "Erstens müssen wir es schaffen, dass sich nur ein Lehrer komplett um eine Klasse kümmert", sagte der Professor der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Damit der Bezugslehrer nicht überfordert werde, müssten zudem die Fachlehrer den Kollegen mit E-Learning-Formaten versorgen. Wenn die Klassenlehrer gutes Material zur Verfügung gestellt bekämen, könnten sie ihre Schüler auch in Mathe, Physik oder Deutsch unterrichten. Es gebe keine Alternative zur Klassenbetreuung durch nur einen Lehrer, sagte der Wissenschaftler: "Was bringt es, in festen Lerngruppen zu lernen, wenn acht bis zehn Lehrer durch die Klassen geschleust werden, die wiederum in bis zu zehn Lerngruppen unterrichten? Dann wäre es nur eine Frage der Zeit, bis neue Infektionsketten entstehen." Sein Konzept: "Ein Lehrer pro Klasse und Fachunterricht unter seiner Aufsicht per E-Learning, aber im Klassenraum. Das wäre sogar für die Oberstufen möglich."

Die neuerlichen Schulschließungen in Mecklenburg-Vorpommern seien alarmierend, sagte Baumann. "Es ist nicht nur, dass die Schüler ohne Vor-Ort-Unterricht weniger lernen. Wenn Kinder daheimbleiben, die Tagesstrukturen wegfallen, Kinder keine Lehrer und Kameraden treffen, verschärfen sich die Dynamiken in den Familien, die das Phänomen familiärer Gewalt eskalieren lassen können", warnte Baumann.

"Das wissen wir aus den ersten Monaten mit geschlossenen Schulen. Und das darf sich auf gar keinen Fall wiederholen."

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