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Steinbrück warnt SPD-Spitze vor Demontage von Scholz

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Berlin - Der frühere SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mahnt die SPD-Vorsitzenden zur Zurückhaltung im Bundestagswahlkampf. Dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte Steinbrück: "Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans treten nicht als Kandidaten an. Sie haben sich für Scholz entschieden. Die Parteivorsitzenden müssen den Spitzenkandidaten unterstützen. Ohne Wenn und Aber."

Steinbrück warnte die Spitze davor, Scholz zu demontieren: "Wenn die beiden hinter seinem Rücken gegen Scholz arbeiten, bricht die Kampagne in sich zusammen. Es war ungeschickt von Frau Esken, damit zu kokettieren, die SPD könnte auch Juniorpartner unter den Grünen werden. Wozu ernennt sie dann einen Tag später einen Kanzlerkandidaten für die SPD?" Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, fordert zugleich eine Richtlinienkompetenz für Scholz im Wahlkampf. "Es gibt einen Kanzlerkandidaten, nicht mehrere", sagte Schweitzer dem "Focus". "Olaf Scholz braucht ein starkes Team um sich herum. Aber am Ende steht er zur Wahl." Schweitzer hält nichts von einer Debatte, ob die SPD auch als Juniorpartner in eine Regierung unter einem möglichen Grünen-Bundeskanzler eintritt. "Wir wollen die Regierung führen. Scholz möchte die Nummer Eins werden", sagte Schweitzer. "Zugegeben: Noch sind wir ein ganzes Stück davon entfernt. Aber wir müssen diesen Anspruch formulieren und dürfen ihn nicht aufgeben."

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