Technologie

Die Macht der Sensoren - wie technische Innovation für bessere Betriebshygiene sorgen wird

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@ slavoljubovski (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Krisenzeiten sind Zeiten der Veränderungen - Zeiten, in denen neu gedacht wird und sich Innovationen durchsetzen. Ein Innovationsfeld, von dem Experten bereits heute davon ausgehen, dass es durch die Corona-Krise einen enormen Schub bekommen wird, ist die Digitalisierung. Ein weiteres dürfte die Sensortechnik werden.

Die aktuellen Herausforderungen im Arbeitsalltag unterscheiden sich wesentlich von vorangegangenen wirtschaftlichen Krisen. Waren letztere meist auf das Wirtschaftsleben selbst oder einzelne Branchen beschränkt, dringt die Coronakrise in sämtliche Lebensbereiche der Menschen vor. Hygiene und Infektionsschutz waren bislang keine Kategorien, die in Büros oder Geschäften eine nennenswerte Rolle spielten, außer in den Bereichen Nahrungsmittel oder Medizin. Die aktuelle Krise zwingt hier zum Umdenken.

Auch im klassischen Büroalltag ist plötzlich mehr gefragt als ein ergonomischer Bürostuhl und die optimale Ausleuchtung des Bildschirmarbeitsplatzes für den Gesundheitsschutz. Themen wie Abstände einhalten, Belüftung verbessern oder die Vermeidung unnötiger Berührungen von Oberflächen kommen hinzu. Und angesichts des demographischen Wandels in Deutschland - mit einer rapide alternden Arbeitnehmerschaft - werden Maßnahmen für ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld mittel- und längerfristig aktuell bleiben.

Bei der Entwicklung von guten und innovativen Hygienekonzepten im Büro geht es nicht darum, alles komplett neu zu erfinden. Stattdessen wird teilweise Bekanntes mit einem neuen Blick auf die baulichen Gegebenheiten und Arbeitsabläufe verbunden, um diese optimal miteinander zu verzahnen. Auf diesem Wege soll ein besserer Gesundheitsschutz erreicht werden. Ein oft unterschätztes Bauteil sind dabei Sensoren, die im Alltag der Menschen bereits omnipräsent sind, ohne dass dies wahrgenommen wird. Von der Einparkhilfe im Auto über die Technik im Smartphone bis hin zum fast anachronistischen Scanner auf dem Schreibtisch.

Der offensichtlichste Einsatzplatz von Sensoren ist der Ort im Büro, wo am leichtesten Keime gedeihen können - besonders, wenn sie von vielen unterschiedlichen Menschen genutzt werden: die Toiletten und Wasserräume. Hier mit möglichst wenigen Berührungen auszukommen, ist der erste Schritt zu mehr Hygiene. Dazu gehört, in diesem Bereich die Türen mit Sensoren auszustatten - sei es im Boden oder per Infrarot von der Decke -, damit diese beim Betreten und Verlassen der Räume nicht angefasst werden müssen.

Türklinken gehören in Tests stets zu den am stärksten keimbelasteten Oberflächen. Gleiches gilt für alles rund um das Waschbecken, wo vor allem die Wasserhähne leicht durch Modelle mit Sensoren austauschbar sind. Ferner sind alle übrigen Gerätschaften wie Seifen- oder Handtuchspender zu betrachten, die ebenfalls mit Sensortechnik erhältlich sind.

Darüber hinaus ist zu prüfen, wo sonst das ständige Berühren von Oberflächen leicht zu vermeiden ist - bei gleichzeitiger Verbesserung der Arbeitsabläufe. Neben Türen gehören dazu vor allem Aufzüge, wo Sensoren nicht nur für weniger Kontakt, sondern auch für mehr Sicherheit durch simultane Zugangskontrollen sorgen können.

In der Industrieproduktion gehören Sensoren zur extrem präzisen Steuerung von Maschinenanlagen schon lange zur unverzichtbaren Grundausstattung, die ohne direkte Berührung Gegenstände erfassen und deren Eigenschaften oder Bewegungen messen. Dafür werden in den Sensoren unterschiedliche Techniken eingesetzt, zum Beispiel Ultraschall, Laser, Infrarot oder Bluetooth.

Ein zentrales aktuelles Innovationsfeld für Sensoren ist die Medizin - gerade, weil dort möglichst berührungsloses und damit hygienisch einwandfreies Arbeiten oft lebenswichtig ist. Denn nach wie vor sind Infektionen, die sich Patienten in Krankenhäusern oder Arztpraxen zuziehen, in Deutschland ein erhebliches Risiko. Neueste Techniken arbeiten daran, nicht nur berührungsloses Arbeiten zu ermöglichen, sondern Sensoren gleichzeitig erkennen zu lassen, ob beispielsweise das zur Handhygiene eingesetztes Desinfektionsmittel richtig angewandt wurde und die Hände anschließend keimfrei sind.

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