Soziales

Zahl der Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen im vergangenen Jahr gesunken

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Kind mit Ball Bild: AFP

Die Jugendämter haben im vergangenen Jahr weniger Kinder und Jugendliche wegen einer möglichen Gefährdung vorläufig in Obhut genommen. Deren Zahl sank um rund 3100 beziehungsweise sechs Prozent auf etwa 49.500.

Die Jugendämter haben im vergangenen Jahr weniger Kinder und Jugendliche wegen einer möglichen Gefährdung vorläufig in Obhut genommen. Deren Zahl sank um rund 3100 beziehungsweise sechs Prozent auf etwa 49.500 - vor allem, weil weniger unbegleitete junge Flüchtlinge nach Deutschland einreisten, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte.

Häufigster Anlass für Inobhutnahmen war mit einem Anteil von 38 Prozent nach wie vor eine Überforderung der Eltern. Das betraf 19.014 Fälle. An zweiter Stelle folgte die unbegleitete Einreise aus dem Ausland mit 17 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden rund 8600 minderjährige Flüchtlinge in Obhut genommen, das waren 29 Prozent weniger als im Vorjahr.

Anzeichen für Vernachlässigung waren der dritthäufigste (14 Prozent) und Beziehungsprobleme der vierthäufigste Anlass für eine Inobhutnahme (zwölf Prozent). An fünfter Stelle standen Hinweise auf körperliche Misshandlungen (zwölf Prozent).

Wird die Einreise unbegleiteter Flüchtlinge nicht berücksichtigt, stieg die Zahl der Schutzmaßnahmen aus anderen Gründen insgesamt um ein Prozent auf rund 40.900 Fälle an. Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort.

Etwa jedes dritte Kind war jünger als zwölf Jahre, rund jedes zehnte sogar jünger als drei Jahre. In etwa jedem fünften Fall (19 Prozent) hatten die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst Hilfe beim Jugendamt gesucht. Am häufigsten wurde die Schutzmaßnahme aber von sozialen Diensten und dem Jugendamt angestoßen, in mehr als jedem zehnten Fall kam ein Hinweis von Polizei oder Ordnungsbehörden. 

Gut die Hälfte der Schutzmaßnahmen konnte nach spätestens zwei Wochen beendet werden. Danach kehrte aber ein Großteil der Jungen und Mädchen an den bisherigen Lebensmittelpunkt zu den Sorgeberechtigten, der Pflegefamilie oder in das Heim zurück (38 Prozent). Knapp ein Drittel der Betroffenen bekam dagegen ein neues Zuhause in Pflegefamilien, Heimen oder betreuten Wohnformen (30 Prozent).

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