Russland

Sprecherin: Nawalnys Behandlung in Deutschland könnte noch Wochen dauern

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Alexej Nawalny in Berlin Bild: AFP

Der vergiftete Kreml-Kritiker Alexej Nawalny muss nach Angaben seiner Sprecherin voraussichtlich noch mehrere Wochen lang in Deutschland behandelt werden.

Der vergiftete Kreml-Kritiker Alexej Nawalny muss nach Angaben seiner Sprecherin voraussichtlich noch mehrere Wochen lang in Deutschland behandelt werden. "Nawalnys Genesung wird natürlich lange dauern", sagte seine Sprecherin Kira Jarmysch in einer Online-Übertragung am Donnerstagabend. Er bleibe vorerst in Deutschland und werde sich dort einer Reha-Behandlung unterziehen. "Das ist eindeutig keine Frage von ein paar Tagen und wahrscheinlich auch nicht von ein paar Wochen."

Der russische Oppositionelle war am Mittwoch aus der stationären Behandlung in der Berliner Charité entlassen worden. Nach eigenen Angaben leidet der 44-Jährige noch unter erheblichen körperlichen Folgen der Vergiftung mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok. So kann er etwa mit seiner linken Hand keinen Ball mehr werfen oder schreiben. Die behandelnden Ärzte halten eine vollständige Genesung aber für möglich.

Der bekannte Kreml-Kritiker war am 22. August in die Charité eingeliefert worden, nachdem er zwei Tage zuvor während eines Flugs in Russland zusammengebrochen und nach einer Notlandung in ein sibirisches Krankenhaus eingeliefert worden war.

Nawalny bedankte sich am Freitag bei den Piloten für die Notlandung und bei den Sanitätern für die Erstversorgung am Flughafen von Omsk. Er kenne zwar nicht ihre Namen, verdanke ihnen aber sein Leben, schrieb Nawalny in einem Blog-Eintrag. "Danke, Ihr unbekannten guten Freunde", schrieb Nawalny. "Ihr seid gute Menschen."

Nawalny erklärte, laut dem "Plan der Mörder" sollte er auf dem Flug von der sibirischen Stadt Tomsk nach Moskau sterben und in einem "schwarzen Leichensack" in der russischen Hauptstadt ankommen. Eine "Kette glücklicher Zufälle" und das schnelle Eingreifen "unbekannter guter Menschen" habe dies verhindert.

Nawalny will nach Angaben seiner Sprecherin nach Abschluss seiner medizinischen Behandlung in sein Heimatland zurückkehren. Laut Jarmysch wurde sein Vermögen in Russland auf Anordnung eines Gerichts inzwischen eingefroren.

Nach Angaben der Bundesregierung wurde Nawalny "zweifelsfrei" mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Moskau weist den Verdacht zurück, staatliche russische Stellen könnten Nawalny gezielt vergiftet haben.

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