Schweden

Weltweit Klima-Demos trotz der Corona-Pandemie

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Greta Thunberg in Stockholm Bild: AFP

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future hat am Freitag erstmals seit dem Beginn der Corona-Krise wieder weltweit 'reale' Protestaktionen gestartet. Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg nahm in Stockholm mit Mund-Nasen-Schutz teil.

Die weltweite Klimaschutzbewegung Fridays for Future hat am Freitag erstmals seit dem Beginn der Corona-Krise wieder größere "reale" Protestaktionen veranstaltet. "Wir müssen die Klimakrise wie eine Krise behandeln, so einfach ist das", sagte die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg, die die Proteste 2018 angestoßen hatte, in Stockholm. Auch in Deutschland gingen tausende Menschen in zahlreichen Städten auf die Straße, unter anderem in Berlin und Bremen.

Thunberg demonstrierte zusammen mit einem Dutzend Mitstreitern vor dem schwedischen Parlament in Stockholm. Ziel sei es, "den Druck auf die Machthaber zu verstärken, damit sich die Dinge ändern", sagte die Aktivistin vor Journalisten. Die 17-Jährige trug wegen der Corona-Pandemie einen Mund-Nasen-Schutz.

Von Island bis Australien waren am Freitag weltweit mehr als 3000 Aktionen geplant. In Deutschland kamen tausende Demonstranten in zahlreichen Städten zu Kundgebungen. Die Aktionen sind wie bei vergleichbaren früheren Anlässen wieder Teil eines globalen Klimastreiks. Bei allen sollen strikte Abstands- und Hygieneregelungen gelten, unter anderem gilt nach Angaben der hauptsächlich von jungen Menschen getragenen Bewegung eine Maskenpflicht.

Greenpeace veröffentlichte anlässlich des Aktionstages ein Foto der 18-jährigen Ornithologin Mya-Rose Craig auf einer Eisscholle im norwegischen Svalbard-Archipel. In der Hand hält die als "Birdgirl" (Vogelmädchen) bekannte Craig ein Schild mit der Aufschrift "Jugendstreik fürs Klima". "Ich bin hier, weil ich mit eigenen Augen sehen will, was auf dem Spiel steht", sagte Craig der Mitteilung zufolge. Der für das Klima entscheidende Arktische Ozean schmelze "in beängstigendem Tempo". 

Thunberg hatte ihre Freitags-Streiks am 4. September wieder aufgenommen, nachdem sie nach einem Jahr Engagement gegen den Klimawandel rund um die Welt an ihre Schule in Schweden zurückgekehrt war. Während ihrer Auszeit bereiste Thunberg die Welt. So überquerte sie im Segelboot zwei Mal den Atlantik - womit sie auf den hohen Kohlendioxidausstoß bei Flugreisen verwies.

Während der Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York im September des vergangenen Jahres hielt Thunberg den versammelten Staatenlenkern in einer wütenden Rede massive Versäumnisse beim Schutz des Erdklimas vor. Nach ihrer Rückkehr im Segelboot über den Ozean nahm Thunberg dann im Dezember an der UN-Klimakonferenz in Madrid teil. Im August traf sie gemeinsam mit anderen Aktivisten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin zusammen, um auf mehr Engagement für den Klimaschutz zu dringen.

Fridays for Future hatte sich wegen der Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten überwiegend auf virtuelle Proteste beschränkt, um von Politik und Wirtschaft deutlich ehrgeizigere Maßnahmen zum Klimaschutz einzufordern.

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