Militär

Bundeswehr musste wegen Corona 49 Übungen absagen

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Gepanzertes Bundeswehr-Autodts

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Berlin - Seit Beginn der Corona-Pandemie musste die Bundeswehr insgesamt 49 fest eingeplante Übungen absagen. Das geht aus der Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine schriftliche Anfrage des FDP-Abgeordneten Karsten Klein hervor, über die die "Welt am Sonntag" berichtet.

Darunter war die Übung "Defender Europe 20", mit der die US-Streitkräfte die Verlegung einer Division nach Osteuropa üben wollten. Deutschland sollte dabei mit umfangreicher Unterstützung der Bundeswehr als logistische Drehscheibe dienen. Die Übung wurde wegen der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen. Die Übung "European Challenge 20" der aktuellen EU-Battlegroup, an der die Bundeswehr als Rahmennation beteiligt ist, fiel ebenso ersatzlos aus wie die Übung "Berglöwe 20", die gemeinsam mit den österreichischen Streitkräften geplant war. Durch die Absage der 49 Übungen unterschiedlichster Größenordnungen werden im laufenden Haushaltsjahr laut Ministerium voraussichtlich rund 25 Millionen Euro weniger ausgegeben. Allein durch den Abbruch von "Defender Europe 20" wurden 5,3 Millionen Euro eingespart, durch den Ausfall von "European Challenge 20" rund 4,2 Millionen Euro. Welche Übungen eventuell im nächsten Jahr nachgeholt werden können, wird im Einzelfall geprüft. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, hatte in dieser Woche in einer Rede an der Unteroffiziersschule des Heeres im sächsischen Delitzsch die Bedeutung von ausreichender Materialausstattung für Ausbildungs- und Übungszwecke hervorgehoben. "Für eine glaubwürdige Abschreckung im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung brauchen wir wieder eine vollausgestattete Bundeswehr - und zwar bereits im Frieden für Ausbildung und Übung. Nur so können wir üben, wie wir kämpfen", sagte Zorn.

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