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Haftbefehle gegen Soldaten im Fall der 43 vermissten Studenten in Mexiko

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Staatschef Andrés Manuel López Obrador gibt Ermittlungsstand bekannt Bild: AFP

Sechs Jahre nach der mutmaßlichen Ermordung von 43 Studenten hat die mexikanische Justiz Haftbefehle gegen Soldaten ausgestellt, die am Verschwinden der jungen Leute beteiligt gewesen sein sollen.

Sechs Jahre nach der mutmaßlichen Ermordung von 43 Studenten hat die mexikanische Justiz Haftbefehle gegen Soldaten ausgestellt, die am Verschwinden der jungen Leute beteiligt gewesen sein sollen. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador gab die richterliche Anordnung zur Verhaftung der Militärangehörigen am Samstag bei der Vorstellung eines Berichts zum Stand der Ermittlungen bekannt. Daran nahmen auch Eltern der Studenten teil, die schon seit Jahren eine Beteiligung von Soldaten vermuten.

Die 43 Studenten eines linksgerichteten Lehrerseminars im südmexikanischen Ayotzinapa waren vor genau sechs Jahren, in der Nacht vom 26. auf den 27. September 2014, nahe der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero verschwunden, als sie zu einer Demonstration in der Hauptstadt Mexiko-Stadt reisen wollten.

Nach Auffassung der mexikanischen Justiz wurde die Gruppe von korrupten Polizisten verschleppt und an die Drogenbande Guerreros Unidos ausgeliefert. Bandenmitglieder sollen sie für Angehörige eines verfeindeten Kartells gehalten, auf einer Müllkippe ermordet und verbrannt haben.

Die Familien der Studenten und unabhängige Experten der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte zweifelten die offiziellen Ergebnisse der Ermittlungen aber an. Die Regierung des damaligen Präsidenten Enrique Peña Nieto wurde wegen der schleppenden Aufarbeitung des Falls international kritisiert.

Die Kontroversen um den Fall veranlassten seinen Nachfolger López Obrador zur Gründung einer Wahrheitskommission, die bei den Ermittlungen wieder "bei Null anfangen" sollte. Der Präsident der Wahrheitskommission, Alejandro Encinas, sagte am Samstag, das Verteidigungsministerium habe nun Informationen über eine vor sechs Jahren in der Region stationierte Militäreinheit vorgelegt.

"Wann werden sie die Soldaten verhaften?", fragte eine Sprecherin der Opfer-Familien, María Martínez Zeferino. "Wir hatten uns heute etwas anderes erhofft. Es ist sechs Jahre her und wir haben nichts."

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