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Oppositioneller Diallo erklärt sich nach Präsidentenwahl in Guinea zum Sieger

  • AFP
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  • 20. Oktober 2020, 02:21 Uhr
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Diallo-Anhänger bei Versammlung in Conakry Bild: AFP

Nach der Präsidentschaftswahl in Guinea hat sich der Oppositionskandidat Cellou Dalein Diallo vor der Bekanntgabe des offiziellen Endergebnisses zum Sieger erklärt. Daraufhin kam es zu Zusammenstößen zwischen Diallo-Anhängern und Sicherheitskräften.

Nach der Präsidentschaftswahl im westafrikanischen Guinea hat sich der Oppositionskandidat Cellou Dalein Diallo vor der Bekanntgabe des offiziellen Endergebnisses zum Sieger erklärt. "Ich lade alle meine Frieden und Gerechtigkeit liebenden Mitbürger ein, wachsam zu bleiben und diesen demokratischen Sieg zu verteidigen", sagte der 68-Jährige bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Conakry am Montag. Daraufhin kam es zu Zusammenstößen zwischen Diallo-Anhängern und Sicherheitskräften.

Vor dem Parteihauptquartier Diallos in Conakry brachen dessen Anhänger in Jubel aus und riefen "Cellou, Präsident". Die Polizei ging mit Tränengas gegen Versammlungen von Diallo-Anhängern vor, die Straßen blockierten.

Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften seien drei "Jungen" erschossen worden, schrieb Diallo in der Nacht zu Dienstag beim Online-Dienst Twitter. Die Regierung konnte das zunächst nicht bestätigen. AFP-Journalisten in Conakry berichteten von mehreren Verletzten.

Bakary Mansare, der Vizepräsident der Wahlbehörde bezeichnete die Ankündigung Diallos als ungültig. 

Die Wahlen in Guinea hatten am Sonntag unter erheblichen politischen Spannungen stattgefunden. Der umstrittene Amtsinhaber Alpha Condé von der Partei Sammlungsbewegung des Volkes von Guinea (RPG) hatte sich um eine dritte Amtszeit beworben, was schon im Vorfeld zu heftigen Protesten geführt hatte, bei denen dutzende Menschen getötet worden waren. Der Oppositionspolitiker Diallo zählt zu Condés langjährigen Gegnern. Bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses im November wird mit Unruhen gerechnet. 

Condé hatte bereits die Präsidentschaftswahlen in den Jahren 2010 und 2015 gewonnen. Bisher waren in dem westafrikanischen Land den Präsidenten nur zwei Amtszeiten erlaubt.

Menschenrechtsgruppen werfen dem Präsidenten eine zunehmend autoritäre Politik vor. Condé hatte im März eine Verfassungsänderung per Referendum durchgesetzt. Laut Auslegung der RPG wird durch das Inkraftsetzen der neuen Verfassung Condé eine weitere Amtszeit ermöglicht. 

Eine mögliche zweite Runde der Präsidentschaftswahl soll am 24. November stattfinden. Guinea ist trotz riesiger Rohstoffvorkommen eines der ärmsten Länder der Welt. 

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