Gesundheit

Wenn Kinder fiebern

  • Rudolf Huber/mp
  • In GESUNDHEIT
  • 27. Oktober 2020, 14:21 Uhr
img
mp Groß-Gerau - Kleinkinder brauchen den ärztlichen Blick, wenn sie mehr als drei Tage fiebern. ddimitrova / pixabay.com

Die Großen fiebern erst, wenn sie ziemlich krank sind - bei Kindern dagegen steigt die Temperatur schon bei leichten Infekten, oft auch ganz ohne Husten oder Schniefnase. 'Es gehört zum Kindsein, dass Kinder auch ohne weitere Symptome fiebern', beruhigt Kinder- und Jugendarzt Dr. Burkhard Rodeck.


Die Großen fiebern erst, wenn sie ziemlich krank sind - bei Kindern dagegen steigt die Temperatur schon bei leichten Infekten, oft auch ganz ohne Husten oder Schniefnase. "Es gehört zum Kindsein, dass Kinder auch ohne weitere Symptome fiebern", beruhigt Kinder- und Jugendarzt Dr. Burkhard Rodeck. Er leitet die Kinder-Gastroenterologie am Christlichen Kinderhospital Osnabrück und ist Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Rodeck zufolge sind bei Kindern acht bis zwölf Infekte im Jahr normal.

Fieber an sich ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen, dass der Körper gegen etwas ankämpft, und das macht er ziemlich clever. "Bei hohen Temperaturen arbeiten die Abwehrzellen besser", erklärt Rodeck im Apothekenmagazin "Baby und Familie". Von Fieber sprechen Mediziner ab 38,5 Grad, zwischen 37,6 und 38,4 ist die Körpertemperatur erhöht.

Wenn Kinder plötzlich glühen, steckt dem Arzt zufolge häufig nur ein harmloser Infekt dahinter. Zeigen sie keine weiteren Symptome und sind an sich fit, ist das Alter der Gradmesser, ob Eltern einen Arzt aufsuchen sollten oder nicht.

Säuglinge unter drei Monaten sollten bereits ab einer Temperatur von 38 Grad zum Arzt. Bei einem Alter von drei bis circa 24 Monaten ist eine Untersuchung angeraten, wenn das Fieber (ab 38,5 Grad) länger als einen Tag anhält. Kleinkinder brauchen zudem den ärztlichen Blick, wenn sie mehr als drei Tage fiebern.

Unbedingt mit dem Kinderarzt sprechen sollten Eltern auch, wenn sich das Kind schlapp fühlt, weint oder nichts essen oder trinken will. Gleiches gilt, wenn das Kind apathisch wirkt oder zusätzliche Krankheitszeichen auftreten, etwa Durchfall oder Erbrechen. Nackensteife weist auf eine Hirnhautentzündung hin. Dann müssen Eltern sofort handeln und mit dem Kind in die Klinik.

STARTSEITE