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Die Negativzins-Welle rollt

  • Rudolf Huber/wid
  • In UNTERNEHMEN
  • 27. Oktober 2020, 17:03 Uhr
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wid Groß-Gerau - Immer mehr Bankhäuser verlangen zum Schutz vor hohen Einlagen Negativzinsen. MichaelM / pixabay.com

Zahlen fürs Geld auf dem Girokonto - das wird für immer mehr Bankkunden Realität. 'Die Negativzins-Welle, die im Moment auf Sparer zurollt, hat in den vergangenen Wochen deutlich an Dynamik gewonnen', heißt es beim Verbraucherportal biallo.de.


Zahlen fürs Geld auf dem Girokonto - das wird für immer mehr Bankkunden Realität. "Die Negativzins-Welle, die im Moment auf Sparer zurollt, hat in den vergangenen Wochen deutlich an Dynamik gewonnen", heißt es beim Verbraucherportal biallo.de.

Demnach haben allein im Oktober 2020 bisher über 20 Banken und Sparkassen ein sogenanntes Verwahr-Entgelt für private Einlagen auf dem Tagesgeld- oder Girokonto eingeführt. Insgesamt hat biallo.de aktuell mehr als 300 Geldhäuser mit Negativzinsen auf Kundeneinlagen zusammengefasst, 214 davon langen auch im Privatkundenbereich zu. Zum Vergleich: Bei der ersten großen Erhebung Ende Juli 2019 waren es lediglich 30 Geldhäuser, die hohe Einlagen von Privatkunden mit Negativzinsen belegten. Damit hat sich die Zahl seither mehr als versiebenfacht.

Das Geldhaus mit dem höchsten Strafzins ist derzeit die Bank 1 Saar: Sie berechnet 0,75 Prozent pro Jahr - für Einlagen ab 10.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonten, die ab dem 27. März 2020 eröffnet wurden. Für Konten, die schon zuvor bestanden, beträgt der Strafzins 0,5 Prozent bei einem Freibetrag von 250.000 Euro je Konto.

"Das Beispiel der Bank 1 Saar zeigt, dass die Freibeträge bundesweit deutlich sinken", sagt Der Chef des Portals, Horst Biallo: "Über kurz oder lang werden alle Banken Strafzinsen einführen, um sich vor einer Einlagenflut zu schützen."

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