Frankreich

Polizei nimmt vierten möglichen Komplizen des Nizza-Attentäters fest

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Trauer in Nizza Bild: AFP

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag von Nizza mit drei Toten hat die Polizei einen vierten möglichen Komplizen des Täters festgenommen. Ein 29-jähriger tunesischer Staatsangehöriger sei am Samstagnachmittag in der Stadt Grasse in Gewahrsam genommen worden, hieß es aus Justizkreisen.

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag von Nizza mit drei Toten hat die Polizei einen vierten möglichen Komplizen des Täters festgenommen. Ein 29-jähriger tunesischer Staatsangehöriger sei am Samstagnachmittag in der südfranzösischen Stadt Grasse in Gewahrsam genommen worden, hieß es aus Justizkreisen. Damit befinden sich vier mögliche Helfer des mutmaßlichen 21-jährigen tunesischen Täters in Polizeigewahrsam. 

Der Mann wird verdächtigt, in Kontakt mit Brahim Issaoui gestanden zu haben, der am Donnerstagmorgen in der Basilika Notre-Dame von Nizza drei Menschen getötet haben soll. Der Angreifer soll während der Tat mehrfach "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben.

Issaoui war bei seiner Festnahme mehrfach von der Polizei angeschossen worden und liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Er konnte bislang noch nicht befragt werden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand traf der junge Mann erst einen oder zwei Tage vor der Tat in Frankreich ein, er war über Italien ins Land gekommen.

In Frankreich ermittelt die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in dem Fall. Auch die Behörden in Tunesien eröffneten eine Untersuchung. Der tunesische Ministerpräsident Hichem Mechichi hat das Innen- und Justizministerium angewiesen, mit den französischen Behörden zusammenzuarbeiten.

Neben dem 29-Jährigen nahm die Polizei drei weitere Männer im Alter von 33 bis 47 Jahren wegen des Verdachts der Komplizenschaft fest.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin kündigte derweil an, tausende zusätzliche Einsatzkräfte auf die Straße zu schicken. Demnach werden 3500 Reservepolizisten mobilisiert, damit insgesamt 7000 Sicherheitskräfte den örtlichen Behörden zur Verfügung stehen. Insbesondere Schulen und Kirchen sollen besser geschützt werden.

Erst vor zwei Wochen war in Paris ein Geschichtslehrer ermordet worden, weil er Karikaturen des Propheten Mohammed im Unterricht gezeigt hatte. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte sich daraufhin für das Zeigen der Karikaturen vor dem Hintergrund der Meinungsfreiheit ausgesprochen. 

Seitdem hat sich die Stimmung in muslimisch geprägten Ländern gegen Frankreich aufgeheizt. In Staaten wie Pakistan und Bangladesch gingen zuletzt tausende Menschen bei anti-französischen Protesten auf die Straße und verbrannten Macron-Bilder. 

Am Samstag erschütterte ein weiterer Vorfall Frankreich: In der Stadt Lyon wurde ein orthodoxer Priester mit einer Schusswaffe angegriffen und verletzt. Der mutmaßliche Täter befindet sich nach Polizeiangaben auf der Flucht.

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