Unternehmen

Studie: Zulieferer wegen Corona unter Druck

  • Andreas Reiners
  • In UNTERNEHMEN
  • 26. November 2020, 13:41 Uhr
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mid Groß-Gerau - Die Automobilbranche leidet unter der Corona-Krise. Vor allem Zulieferer stehen unter Druck. Pixabay

Die Situation der Automobilzulieferer ist nicht einfach. Der technologische Wandel setzt die Gewinnmargen unverändert unter Druck, gleichzeitig hat die Covid-19 Pandemie diese Abwärtsspirale weiter verstärkt. Wie stark die Pandemie die Automobilzulieferer trifft, zeigen die Ergebnisse der 'Global Automotive Supplier Study 2020', die Roland Berger in Zusammenarbeit mit der US- Investmentbank Lazard erstellt hat.


Die Situation der Automobilzulieferer ist nicht einfach. Der technologische Wandel setzt die Gewinnmargen unverändert unter Druck, gleichzeitig hat die Covid-19 Pandemie diese Abwärtsspirale weiter verstärkt. Wie stark die Pandemie die Automobilzulieferer trifft, zeigen die Ergebnisse der "Global Automotive Supplier Study 2020", die Roland Berger in Zusammenarbeit mit der US- Investmentbank Lazard erstellt hat.

Für die Studie wurden Leistungsindikatoren von rund 600 global agierenden Zulieferern analysiert. So brechen die Umsätze in diesem Jahr im Vergleich zu 2019 global im Durchschnitt um 15 bis 20 Prozent ein. Die operative Gewinnmarge ist im ersten Halbjahr 2020 auf nur noch 1,7 Prozent gefallen. "Trotz schwieriger Rahmendaten zeichnet sich ein versöhnliches Jahresende ab. Die Automobilzulieferer können sich vor allem dank des schnellen Aufholprozesses in China finanziell stabilisieren", sagt Felix Mogge, Partner bei Roland Berger. "Allerdings fehlt vielen Zulieferern nach dem Einbruch das Kapital für die notwendige technologische Transformation."

Insgesamt wird der Corona-Schock die Automobilindustrie noch lange beschäftigen. So wird der Höchststand an weltweit verkauften Pkw aus dem Jahr 2017 (94,3 Millionen) voraussichtlich erst wieder 2026 erreicht. In Europa und in Nordamerika wird es noch länger dauern, während sich China und Südamerika schneller erholen.

Die aktuelle Situation lässt sich am ehesten mit der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 vergleichen. In der anschließenden Periode haben einige Automobilzulieferer überdurchschnittlich profitiert. "Wir haben vier allgemeingültige Merkmale identifiziert, die für den Erfolg nach der Finanzkrise entscheidend waren", sagt Felix Mogge. "Zulieferer können sich daran orientieren und sich anhand klarer strategischer Vorgaben im Markt positionieren."

Der technologische Wandel und die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie werden auf absehbare Zeit die Margen der Automobilzulieferer belasten. "Die Herausforderungen der kommenden Jahre werden viele Zulieferer strukturell überfordern", prognostiziert Felix Mogge. "Wir werden in der Konsequenz eine stärkere Konsolidierung der Branche sehen." Um in diesem Umfeld zu den Gewinnern zu gehören, müssen Automobilzulieferer ihr Geschäft strategisch weiterentwickeln und die Kosten deutlich reduzieren.

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