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Deutsche Bahn ändert ab Freitag Reservierungssystem

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Reinigung eines ICE der Bahn in Dortmund Bild: AFP

Nach dem jüngsten Bund-Länder-Beschluss in der Corona-Krise hat die Deutsche Bahn eine Änderung des Reservierungssystems bereits ab Freitag angekündigt. Dann ist in den Großraumwagen grundsätzlich nur noch ein Sitzplatz pro Doppelsitz reservierbar.

Nach dem jüngsten Bund-Länder-Beschluss in der Corona-Krise hat die Deutsche Bahn eine Änderung des Reservierungssystems bereits ab Freitag angekündigt. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, ist in allen Zügen in den Großraumwagen dann nur noch ein Sitzplatz pro Doppelsitz reservierbar. Alle anderen Sitzplätze bleiben demnach für eine Reservierung gesperrt. Einzelreisenden werden automatisch Fenstersitzplätze zugewiesen. 

Bei Sitzgruppen mit Tisch können nur noch die diagonal gegenüberliegenden Sitzplätze gebucht werden, also ein Fensterplatz auf der einen Seite und ein Gangplatz auf der gegenüberliegenden Seite. "Reservierungen von Einzelreisenden auf nebeneinander liegenden Sitzplätzen werden so vermieden", erklärte die Bahn; zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über die Änderungen im Fernverkehr berichtet.

In geschlossenen Abteilen mit sechs Sitzplätzen sind ab dem 27. November nur noch zwei Plätze reservierbar, der Fensterplatz auf der einen und der Gangplatz auf der anderen Seite. Insgesamt bietet die Deutsche Bahn damit ab Freitag nur noch 60 Prozent der Sitzplätze zur Reservierung an.

Weiterhin zusammensitzen dürfen allerdings gemeinsam reisende Fahrgäste. Nach Konzernangaben sollen dafür sowohl in der 1. Klasse als auch in der 2. Klasse Extrabereiche geschaffen werden, in denen Familien oder Paare auch nebeneinander liegende Sitzplätze reservieren können. Diese Bereiche trügen "zusätzlich zum Infektionsschutz bei, da sich gemeinsam Reisende so nicht im Wagen verteilen", erklärte die Bahn.

Alle reservierbaren Sitzplätze können demnach wie bislang über die grafische Sitzplatzreservierung auf bahn.de oder in der DB Navigator-App ausgewählt werden. Die Bahn empfiehlt nach eigenen Angaben aktuell für alle Reisen im Fernverkehr "grundsätzlich eine Sitzplatzreservierung" - eine Reservierungspflicht besteht aber weiterhin nicht.

Reisende können also auch künftig die Züge ohne Sitzplatzreservierung nutzen. Die Mitarbeiter würden in den kommenden Wochen indes "noch stärker als bisher auf eine gleichmäßige Verteilung der Fahrgäste im Zug achten", erklärte die Bahn. Derzeit sind die Fernverkehrszüge demnach im Schnitt zu rund 20 bis 25 Prozent ausgelastet.

Bund und Länder hatten sich am Mittwochabend nach langem Ringen auf schärfere Auflagen im Kampf gegen die Corona-Pandemie verständigt. Der Beschluss beinhaltet auch Festlegungen zum Bahnverkehr: Einerseits soll demnach "Reisenden, die trotz Einschränkungen reisen müssen, ein zuverlässiges Angebot mit der Möglichkeit, viel Abstand zu halten" angeboten werden. Außerdem sollen die Maskenkontrollen weiter verstärkt werden. 

Andererseits werde die Deutsche Bahn im Fernverkehr "zusätzliche Maßnahmen" ergreifen, heißt es in dem Bund-Länder-Beschluss. Die Sitzplatzkapazität werde "deutlich" erhöht, um noch mehr Abstand zwischen den Reisenden zu ermöglichen; parallel dazu werde die Reservierbarkeit der Sitzplätze "beschränkt". 

DB-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber begrüßte die Entscheidung von Bund und Ländern am Donnerstag. "In den kommenden Wochen sorgen wir für noch mehr Abstand und Platz", erklärte er und bekräftigte, das Bahnfahren sicher sei. "Ab Mitte Dezember bieten wir darüber hinaus mit neuen Zügen zusätzlich tausende Sitzplätze und häufigere Fahrten auf vielen Hauptstrecken an", fügte Huber hinzu.

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